Da übernahm der alte Herr die Bank, und es ging wie eine Erlösung durch Wenk ... wie die Erlösung von einer unsinnigen und unnatürlichen Spannung. Jetzt wird alles in Ordnung ausgehen, sagte er sich. Er setzte eine kleine Summe und wollte damit betonen, daß er sich nicht als Gegner des Bankhalters empfinde, daß er nur für die Form gegen ihn mitmache ...
Er gewann. Er hatte acht. Und stellte dann fest, daß er eine viel höhere Note gesetzt, als er beabsichtigt hatte. Deshalb schob er Einsatz und Gewinn zu neuem Einsatz hin.
Er zog einen König und eine Fünf. Er kaufte bei einer Fünf nie eine Karte hinzu. Das war so feststehend in ihm, daß, als die Reihe an ihm war, Ja oder Nein zu sagen, er überhaupt nichts sagte.
„Sie nehmen!“ hörte er auf einmal in seine Zerstreutheit hinein. Es war eine große, gewaltvolle Stimme, die das sprach. Sie klang fast wie ein ihn bedrohendes Erbrausen. Aber es war ihm sonderbarerweise, als käme sie von dort, wo vorhin die drei Laute „Tsi nan fu“ das unsichtbare Ziel getroffen hatten.
Da flüsterte Wenk verschüchtert: „Bitte!“ Im selben Augenblick fuhr er gegen eine innere Zersplitterung auf. Aber es war zu spät. Er hatte eine Fünf bekommen, die, zu den fünf gezählt, sein Spiel wertlos machte.
Der Bankhalter deckte für sich eine Vier mit einer Dame auf, zu denen er keine Karte genommen und infolgedessen gewonnen hatte. „Der Onkel aus der Provinz verliert!“ hörte Wenk eine Frauenstimme.
Wenk war erstaunt über die flüchtige Begebenheit. Er drehte sich noch einmal herum und schaute in die Dunkelheit hinauf. Dann wurde er unruhig. Und zugleich war es ihm, als senkte sich ein Flügelschlag über seine Augen. Flügelschlag, sagte er sich, als das Bild erschien. Ja, er saß doch in einem Vogelkäfig. Er bekam sieben.
Das ist nichts, redete ihm etwas ein, obschon es fast sicher gewonnenes Spiel war. Aber Wenk widerstand und sagte deutlich: „Keine Karte!“
Ihm war es, als fielen ihm die Augen zu über der Anstrengung, dieses Nein gesagt zu haben ... Dünne Stäbe versuchten sich wie Gitter durch seine Augendeckel zu rammen, um sie ganz zu schließen.
Da, in einer letzten Auflehnung seines Willens gegen die unnatürliche Müdigkeit erkannte er, wie die Hand des Professors auf den Karten lag. Sie drückte sich mit einem leisen Erzittern an die obere Karte an, inbrünstig sie an ihn abgeben wollend, und es ging ein heimlicher, heißer Strom von dieser Hand auf ihn über, der ihn zwingen wollte, die Karte zu nehmen, obgleich er schon Nein gesagt hatte.