Seinen eigenen Chauffeur sah er auch schon das Fahrzeug ankurbeln. Er rief ihm leise zu: „Hinter dem dort her!“
Sie flogen ihm nach. Es war ein großer, überlegener Wagen. Aber da es noch früh am Abend war, war viel Verkehr in den Straßen. Der andere konnte seine volle Schnelligkeit nicht geben, und sie blieben hintereinander hängen. Bald wurden sie in eine Kette von Autos und Wagen eingeschlossen, die von einem Theater kamen, und Wenk konnte bequem und unverdächtig bis zum Palasthotel folgen. Vor diesem Hotel hielt der Wagen des Professors. Bevor noch Wenks Fahrzeug stoppte, sah Wenk den andern hastig in die Hotelhalle hineingehen. Er drehte sich einmal ganz flüchtig um. Wenk eilte ihm nach.
Ein Zufall schloß ihn in eine ins Hotel einkehrende größere Gesellschaft ein. Sie deckte ihn. Er sah beim Bureaufenster den alten Herrn eine Depesche hastig aufreißen. Das Lesen hielt jenen fest.
Wenk hatte Zeit, sich einen deckenden Beobachtungsposten auszuwählen. Er sah von dort aus, wie der alte Herr verstohlen über sein Telegramm hinweg den Vorraum musterte. Dann ging jener rasch zum Lift, riß die Tür auf und verschwand hinein. Aber Wenk sah, daß im Innern ein Führerjunge gesessen hatte.
Er wartete, bis an der kleinen Lichtscheibe das Stockwerk aufleuchtete, an dem der Lift hielt. Er sah ihn im Zwischengeschoß durchfahren, im ersten Stockwerk halten. Dann läutete er den Lift herab.
„Erster!“ sagte er dem Bediener. Sie fuhren allein hinauf.
„Ist das nicht der Herr aus Zimmer Nr. 15 gewesen, der grade hinauffuhr?“ fragte Wenk den Jungen.
„Nein, mein Herr, es ist der holländische Professor von Nr. 10.“
„Dann hab ich mich verschaut! Danke!“ sagte Wenk.
Langsam schlenderte er durch den Flur. Er kam an 10 vorbei, verweilte einen Augenblick, indem er sich vorsichtig gegen die Tür hinüber beugte, ging dann weiter und lauschte rückwärts nach der Tür von Nr. 10. Er hörte eine Tür sich öffnen. Es konnte 10 sein. Er verweilte, indem er etwas an seinen Hosen richtete, und als die Tür sich wieder geschlossen hatte, drehte er sich um.