„Hast du gehört, der Herr von Wenk? Staatsanwalt in München! Dein Notizbuch! ... Beseitigungskommission ... Befehl des Generals, nein des ... Fürsten ... Staatsanwalt Wenk. Nein, warte ... Zuerst der Herr Hull. Der fing an ... Spoerri, Landsknecht, Gedärm, sauf’! So wie ich! ... Ja ... Hull, Hull, schreib’: Gerhard Hull! Hubertusstraße 34. Ab mit ihm! Der Reihe nach. Der zuerst! Wie sie’s selber gemacht haben. Georg macht es. Du hilfst! Die Carozza fädelt es ein. Such’ Helfer! Schreib’! Befehl des ... Fürsten! Trink’ ... Du ... des Fürsten, hast du? Hä, welches Fürsten, Gedärm, beschmierter Stiefel, welches Fürsten? du ... des Fürsten, des Kaisers von Eitopomar in Süd-Brasilien. Ein Wort aus seinem Mund, und tausend Weibern bluten die Rippen, und fünfhundert Männer können nicht mehr zeugen. Ein einziges Wort! Eine Gebärde! Grinse nicht, oder ich kastriere dich mit dem Glasscherben!“
Er zerschlug seinen Pokal und bedrohte Spoerri mit den Scherben. „Schreib’ i... ich,“ stöhnte der, „schreib’ i... ich schon.“
„Tausend Weiber und fünfhundert Männer!“ schrie Mabuse.
„Doktor?“ fragte Spoerri zaghaft und durch seine sinnenfressende Betrunkenheit voll Dumpfheit erschreckend. „Weiß i... ich jetzt nicht ... weiß ... Hull! Ich? Hubertusstraße 34 ... Ich? Ist dir ernst, Doktor?“
Da stand Mabuse auf einmal, so betrunken er war, kerzengrad. Er brüllte: „Dir?“ Dann schlug er Spoerri von oben herab mit der Faust auf die Stirn, daß der mit seinem Stuhl langhin auf den Boden fiel.
„Will schlafen gehn, Georg!“ schrie er hinaus, von Wut zersprengt. Er ließ Spoerri bewußtlos liegen, wie er hingefallen war, und ging.
Am nächsten Morgen saß Spoerri schon im Eßzimmer, als Mabuse kam. Mabuse hatte im Bett gefrühstückt. „Zeigen Sie Ihre Notizen!“ befahl er barsch.
Er durchflog sie, fand Hulls Adresse mit trunken fallenden Buchstaben dazwischen geschrieben und gab Spoerri das Buch zurück.
„In Ordnung!“ sagte Mabuse.
Spoerri umkroch ihn wie ein Hund auf der ängstlichen Lauer vor der Stiefelsohle.