„Und was soll ... ich? Was ... soll ich dabei tun?“

„Mir helfen diesen Mann suchen, von dem die Menschen befreit werden müssen.“

„Ich bewundere ihn!“

„Ich mißachte seine Kraft nicht. Aber es gibt auch Kräfte, die böse sind ...“

„Und menschlicher und größer demnach als die, die sich gut nennen!“ rief sie, und ihre Büste, schlank und voll reifster Jugend, straffte sich in Auflehnung vor Wenk auf.

„Ich verstehe Sie jetzt, gnädige Frau. Hören Sie: Nicht menschlicher und nicht größer ... Kraft ist Kraft. Man kann nicht ihre Ausmaße zum Abmessen nebeneinander stellen, sondern nur ihre Wesenheiten. Menschlich ist alles, gut wie böse. Die böse Kraft bringt immer nur aus der Zerstörung guter Kräfte Vorteile, und diese Vorteile immer nur für den Zerstörer allein. Die gute Kraft trägt Nutzen zu allen, ohne ihrem Besitzer jenen realen, rohen Gewinn abzuwerfen, den allein der Ausüber böser Kräfte zu erreichen trachtet. Welches ist die edlere? Das müssen Sie sich fragen und ihr folgen, wenn in Ihrem Temperament ein Überschuß an Kräften ist, die Sie in der Gesellschaftsordnung, der Sie angehören, nicht tätig machen können und aber auch nicht brachliegen lassen wollen ... Man wird übrigens auf unser Gespräch aufmerksam. Ich vermute, der Blondbärtige hat überall Agenten. Erlauben Sie mir, von Ihnen Abschied zu nehmen und von Ihnen eine Gelegenheit zu erbitten, unsere Unterhaltung fortzusetzen.“

„Kommen Sie mich morgen besuchen! Zum Tee, bitte. Nach Tutzing. Gräfin Told.“

Sie gab ihm die Hand. Wenk, dem der Name die Zusammenhänge bei der Flucht in jener Nacht, da der Graf Told hereingekommen war, überraschend erklärte, küßte die schmalen Finger, mit einem Male hemmungslos ihrer Schönheit hingegeben und wieder mit dem gaukelnden Gedanken spielend: Weshalb Menschen jagen und nicht diese Frau lieben?

Von diesen Vorstellungen erfüllt, ging er.

Als die Gräfin allein war, sagte sie sich: Wir Frauen haben keine Phantasie. Es ist wahr. Das Abenteuer suchte ich zwischen den vom Spiel Aufgefressenen, und als es kam, glaubte ich an einen Liebeshandel. Aber siehe, dieser ist ein Mann! Er setzt sein Leben an seine Aufgabe, und mehr als sein Leben hat kein Mensch zu vergeben, und auch nichts Stärkeres und nichts Schöneres als sein Leben! Wenn mir die Möglichkeit käme, dies zu tun!