Der Bankhalter:

„Ihrem Glück wollen wir nicht länger, Gnädigste, einen Damm der Geduld vorbauen, als bis ich Sie nicht mit der epochalen Neuerung des Hauses ‚Fort‘ bekanntgemacht habe. Was“ ... er erhob die Stimme ... „täten Sie jetzt, meine Herrschaften, wenn plötzlich die Polizei in Ihre Logen eindränge und sie wegen verbotenen Spiels Ihres Geldes und Ihrer Freiheit beraubte? Keine Angst. Wir haben eine Einrichtung getroffen, die man einen Garde-Police nennen könnte. Das Haus ‚Fort‘ mag ruhig der Polizei verraten werden. Es mag von der Polizei umstellt, erobert werden! Wir sind gesichert. Mit meinem kleinen Finger drücke ich die ganze Polizei der Stadt von Ihnen fort. Sehn Sie ...!“

Er erhob hoch die Hand. Dann senkte er sie mit gezierter Eindringlichkeit, den Zeigefinger vorspreizend, auf den schwarzen Knopf neben sich. Einen Augenblick später setzte sich die Platte des Tisches in Bewegung. Sie begann zu sinken. Es ging geräuschlos und rasch. Der Redner sank mit hinab. Die Logen blieben. Aber von der Decke glitt das Spiel mit den Pferden und den farbigen Kreisen herab, an den Logen vorbei, die Decke folgte, und wenige Augenblicke später tanzte auf einem neuen Fußboden ein Quartett von nackten zwölfjährigen Kindern zu einem Spiel von Geigen und Flöten, das irgendwo im Unsichtbaren plötzlich zu erschallen begann.

Ein Trupp von Männern, die in die Uniform der Stadtpolizei gekleidet waren, stürmte auf die Logen zu, schreiend: „Man hat uns gesagt, hier werde gespielt! Wo wird gespielt?“

Überall lachte man in den Logen. Die Mädchen tanzten. Die verkleideten Polizisten warfen die Uniform ab und standen nun als Kavaliere im Frack da, lachend. Der Boden schwebte mit den tanzenden Mädchen hoch. Eines machte eine angelernte Bewegung nach einem einsamen Herrn. Der griff aus der Loge nach der Entschwebenden, etwas rufend, mit einem Lachen und einem knurrenden Fluch. Er erreichte das Mädchen nicht. Der Boden schloß sich an der Decke. Das Pferdchenspiel drehte vor den Spektren, und in der Spielarena war wieder der befrackte Redner.

„Sie sehen, meine Damen und meine Herren, eine Konzession machen wir der Polizei — die nackten Mädchen! Im übrigen, wenn es einmal ernst würde, hätten sie rasch ein Tüchlein um. Außerdem ist wöchentlich Programmwechsel ...“

In diesem Ton redete er noch eine Weile.

„Das ist ja dummes Kino“, sagte Wenk, indem er sich zu Karstens vorbeugte, diesem ins Ohr. „Allerdümmstes Kino! Wenn die Polizei käme, hätte sie in zehn Minuten doch den ganzen Schwindel heraus.“

Karstens zuckte nur mit der Schulter.

Wenk fragte sich, was für einen Zweck diese Anstalt habe; denn es ginge unmöglich eine Woche, bis sie entdeckt sei und geschlossen werde. Die Auslagen müßten doch geradezu enorm gewesen sein.