Hull war betroffen. Er fand noch keine Stellung zu dem, was er sah und hörte.
„Entzückend!“ rief die Carozza ein übers andere Mal. „Unsere Zeit ist genial, was? Hier werden wir Stammgäste. Gardi, wie? Auf welches setzt du? Ich nehme den Araber, den schwarzen. Ich bin für schwarz, Gardi! Weil du so blond bist!“
Karstens warf Wenk einen belustigten Blick zu.
Es wurde ein Nachtessen gegeben von kleinen, feinsten Delikatessen ... Waren, die man vor der deutschen Valuta geflohen glaubte: frische Trüffeln auf Straßburger Gansleber, Kaviar, Krammetsvögel ...
Vor dem Gebirg der Gansleber mit Trüffeln, aus denen diese süß hervorduftete, sagte Karstens: „Unsere Mark notiert heut in der Schweiz sieben. Aber Centimes. Was man hier vergessen zu machen besorgt scheint.“
„Hier ist eine Mark noch weniger wert als sieben Centimes!“ sagte Wenk. Er war niedergeschlagen. Wohin? Wohin? flehte hilfesuchend sein Herz. Er aß nicht.
Die Carozza trillerte. Hull begann allmählich sich zu schämen, jetzt, wo seine Genußsucht von dem Bewußtsein eines andern sozusagen kontrolliert wurde. Er beschloß, am nächsten Morgen der Carozza ein Abschiedsgeschenk zu schicken. Es sollte die Garnitur australischer schwarzer Opale sein, die, mit goldenen Runen bedeckt, zwischen grau, grün und Feuer schillerten, und die eine russische Fürstin verkaufen wollte. Die Fürstin hatte über die Bonbonniere Anschluß an die Carozza gefunden. Sie versuchte auf die Bretter zu kommen.
Schluß! flehte alles in diesem phlegmatischen Hull. Er war aufgebracht wie eine Glucke. Und zugleich war er melancholisch ... Sie soll ... sagte er sich ... Ich geh’ ins Kloster lieber, als ...
Eine Trüffel zerging ihm am Gaumen, bevor sie körnig noch einmal ihren Wohlgeschmack zwischen den Zähnen wiederholte und ihn der ganzen Mundhöhle preisgab. Trotzdem, sagte sich Hull! Trotzdem! Und wenn ich kein getrüffeltes Aspik mehr zu essen bekäme ... Was ja nicht gesagt ist ... übrigens!
Wenk stand plötzlich auf und ging. „Wohin?“ rief die Carozza. Sie war mit einem Male erregt.