„Ich sagte: ‚Wenn der Herr das gesagt hat, so verhafte sie!‘
„Sie wehrte sich. Sie sagte: ‚Ich wünsche sofort den Herrn Staatsanwalt von Wenk zu sprechen.‘
„‚Später!‘ sagte der Beamte.
„Da wollte sie fortlaufen. Aber das ging alles viel mehr durcheinander, als ich es so erzählen kann. Dann mußte der Kollege sie fesseln, so wehrte sie sich, und da hörte ich, wie sie ‚Georch!‘ rief.
„‚Verhaftet sie! Verhaftet sie!‘ rief ich da.
„Weiter weiß ich nichts mehr. Ich verlor dann das Bewußtsein und bin erst im Krankenwagen wieder zu mir gekommen. Ich bin schwer verwundet. Herr Staatsanwalt, sagen Sie mir die Wahrheit: Muß ich sterben?“
Da lachte ihn der Arzt aus.
„Der Herr Staatsanwalt soll es mir selber sagen. Dem Doktor ist es Beruf zu sagen, daß man nicht stirbt.“
„Aber, Herr Boß, wie können Sie auch nur ans Sterben denken“, sagte ebenfalls lachend der Staatsanwalt. „Sie haben einige heftige Fleischwunden und Beulen. Damit stirbt ein Mann wie Sie nicht!“
„Herr Staatsanwalt, ich hab’ meine Pflicht getan!“ sagte der Verwundete. Seine Stimme begann zu zittern, dann löste sich die verballte Spannung, und er weinte tief und ruhig.