„Nein,“ wehrte die Gräfin ab, „es ist Gesetz. Es ist natürlich. Und nun sagen Sie mir, was ich zu tun habe.“

„Ich werde Sie an einem Tag, den Sie bestimmen, mit meinem Auto zum Gefängnisdirektor bringen, und wir werden mit ihm alles vereinbaren. Wann paßt es Ihnen?“

„Am nächsten Samstag um diese Stunde.“ Sie erhob sich.

„Die grauen Mauern des Gefängnisses werden zu leuchten beginnen!“ sagte Wenk.

„Vor soviel Abenteuerei!“ lachte die Gräfin.

„Nein, Gnädigste, vor Ihrer Schönheit!“

Und es war Wenk auf einmal, als liebte er sie mit einer Leidenschaft, die wie eine Flamme aus seinen Augen schlug, unsichtbar. Er beugte sich so tief über ihre Hand, daß er sein Gesicht verbarg. Sie drückte ihre Hand mit einer heißen, freien Regung sanft an sein Gesicht an zum Eingeständnis heimlicher Übereinstimmung und huschte davon.

Draußen auf der Straße schoß ihr alles Blut zu Kopf. Sie sagte halblaut das Wort vor sich hin, das sie oben unterdrückt hatte: „Liebe ... Liebe ...“

Im Zimmer Wenks blieb ihr Duft. Wenk sog ihn ein. Dann hob er beide Hände vor sein Gesicht, und von einem Geheimnis und von Ahnungen dumpf dahin geführt, flüsterte er inbrünstig in die Dunkelheit hinein, die er so vor seine Augen legte: „Mord und Liebe! ... Mord und Liebe! ...“

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