Einige Stunden später rief Konstanz die Polizeidirektion an, ein Mann namens Poldringer habe sich hier angemeldet. Als Staatsangehörigkeit habe er Bayern angegeben, was dem Meldebeamten aufgefallen sei, weil der Mann einen ganz ausgesprochenen norddeutschen Dialekt redete. Die Polizei habe ihn deshalb beobachtet. Sie habe dabei festgestellt, daß er in den Kreisen der Leute verkehre, die im Verdacht stehen, Waren über die Schweizer Grenze zu schieben und zu schmuggeln. Er fahre öfter mit dem Lindauer Dampfboot. „Erwarten Sie mich bitte noch heute in Konstanz,“ sagte Wenk zurück. „Schluß!“
Wenk machte sich gleich reisefertig. Er konnte vor der Nacht noch in Konstanz sein, wenn der kleine Schnellflieger seines Freundes, der ihm stets zur Verfügung stand, flugbereit war. Er telephonierte ihm.
Ja, das Flugzeug war bereit.
Um vier Uhr flog Wenk ab. Mit der niedergehenden Dunkelheit landete er auf dem Petershausener Flugplatz bei Konstanz.
Die Polizei bezeichnete ihm die Lokale, in denen die Leute verkehrten. Er kleidete sich um und ging als Chauffeur in eine dieser Wirtschaften, um dort zu Nacht zu essen. Er redete jemanden, den er für geeignet hielt, an. Er habe zwei Autos an der Hand, sagte er, und könne sich auch eine Art von Ausfuhrbewilligung verschaffen, wenn die allerdings nicht so genau angesehen werde. Aber wenn er einen oder besser zwei kouragierte Männer mithätte, so ginge es. Es seien einige Zehntausende zu verdienen. Denn die Autos seien noch vom Herbst 1918 gekauft und so lange verborgen gehalten worden. Es seien Prachtwagen von zwei Generälen.
Der andere überlegte nicht lang. Er werde es einem Freund sagen. Zu dreien könnten sie die Sache machen.
Sie gingen später in ein anderes Haus. Da käme der Freund hin. Sie saßen lange da. Aber er kam nicht. „Wie heißt er?“ fragte Wenk. „Vielleicht kenne ich ihn?“
„Er nannte sich Ball. Aber vielleicht hieß er früher anders. Wir haben hier alle ein bißchen andere Namen ... hi-hi, du verstehst!“
„Ich verstehe,“ sagte Wenk.
Da wurde er blaß. Denn es kam ein Mann herein, in dem er den Chauffeur zu erkennen glaubte, der ihn im Gasauto nach Schleißheim geführt hatte. Es war alles auf dem Spiel. Wenks Maskierung war mangelhaft. Wenn nun der andere vielleicht der erwartete Ball wäre! Und er käme zu ihnen an den Tisch! Dann wäre es wahrscheinlich, daß er Wenk erkenne, und alles wäre aus.