Wenk wandte alle Kraft an, sich zu beherrschen, und versuchte durch Anziehen der Gesichtsmuskeln seine Züge zu entstellen. Er hatte sowieso von vornherein die Vorsicht gehabt, sich aus dem grellen Licht heraus in eine dunklere Ecke zu setzen.
Der andere ließ sich jedoch entfernt von ihm an einem großen Tisch nieder, an dem bereits eine Schar von jungen Burschen saß. Er kehrte Wenk wohl den Rücken, aber der Staatsanwalt wollte es nicht weiter wagen und verabredete auf morgen abend eine neue Zusammenkunft. Er ging rasch durch die Hintertür hinaus.
Er ging zur Polizei, sagte, wo er gewesen, und beschrieb den verdächtigen Mann. Der Kommissar holte einen Beamten. Der sagte, nach der Beschreibung scheine das der Poldringer zu sein.
„Können Sie mir Gewißheit darüber verschaffen? Noch in der Nacht? Nur bitte ich Sie vorsichtig zu sein, denn dieser Mann ist mit allen Wassern gewaschen!“ drängte und mahnte Wenk.
Dann gehe er lieber nicht hin, antwortete der Beamte. Die Stadt sei klein und alle Angestellten der Polizei, selbst die, die nur in Zivil ausgehen, den Schiebern bekannt. Sein plötzliches Erscheinen könne Alarm geben.
„Ich muß mich dann gedulden. Sie wissen, wo er wohnt?“
„Ja!“
„So führen Sie mich gleich hin!“
Der Polizist brachte Wenk in eine Gasse, in der sich ein alter, schmutziger Gasthof befand, der sich nach hinten in viele Höfe verschachtelte. Wenk sah gleich, hier war ein Überfall schwer ohne großes Aufgebot an Mannschaften. Ein solches Aufgebot aber war in einer kleinen Stadt nicht rasch und geheim genug zu machen.
Gegenüber war das Lager einer Eisenhandlung. In diesem Lager verbrachte Wenk zusammen mit einem der Beamten, die Poldringer kannten, den nächsten Vormittag, hinter einem verstaubten Fenster verborgen.