Die Freude der Eingeborenen verwandelte sich übrigens in Leid, als am anderen Morgen (12. Mai) Vorbereitungen zur Weiterreise getroffen wurden. Die guten Leute schienen uns bereits als die Ihrigen zu betrachten und erwarteten alles Ernstes, daß wir uns dauernd bei ihnen niederlassen würden. Ja, ich hätte hier ein Glück machen können, wie es mir nie in meinem Leben angeboten war, noch je wieder angeboten werden wird! Ich sollte Kokospalmen und Schweine, Haus, Hof und Land und, als ich alles dies zurückwies, sogar ein Mädchen erhalten. Da die Ablehnung desselben die Leute vermutlich glauben ließ, daß mir eine Frau zu wenig sei, wurde gleich eine zweite bewilligt, denn man versuchte alles, um mich festzuhalten. Ja, ich brauchte nur zuzugreifen, um Schwiegersohn der angesehensten Häuptlinge und selbst »Negerfürst« zu werden. Aber die Wichtigkeit der weiteren Küstenforschung ließ mich auf alle diese herrlichen Aussichten verzichten, ein Verzicht, den die Eingeborenen gewiß nicht als Klugheit deuteten.
Es kostete übrigens Mühe, die Honoratioren von Rabun von Bord zu bringen, denn einige wollten partout mit, immer noch in der Hoffnung, daß wir uns anders besinnen würden. Wir dampften langsam durch Dallmannstraße, an Gressien-Insel, Muschu der Eingeborenen, vorbei, hinter der sich Kairu (d'Urville-Insel) erhebt, mit einem ansehnlichen Bergrücken, ohne besonders markierte Kuppen. Kairu ist an acht Meilen lang und sehr fruchtbar. Muschu mit sanften, grünen Grasflächen scheint für Viehzucht wie geschaffen. Es besitzt an der Westseite drei kleine Dörfer, deren Bewohner sich sehr im Gegensatz zu den Rabuniten scheu versteckten. Aber hinter »Pomone-Point« (von d'Urville), einer sanften, mit Kasuarinen bestandenen Huk der Festlandsküste, die hier aus Vorland mit ca. drei kleinen Siedelungen besteht, kamen Eingeborene in Kanus ab, um uns einzuholen. Mit der Ausdauer der Rabunleute würden sie uns erreicht haben, denn bald darauf nötigten Regen und dickes Wetter zu ankern. Dies geschah in Dallmannstraße unweit der kleinen Guap-Insel, die ca. eine Meile östlich vor dem etwas größeren Pâris (von d'Urville), Aursau oder Aarschau der Eingeborenen, liegt. Guap ist kaum zwei Meilen lang, niedrig, dicht bewaldet, besitzt sehr viel Kokospalmen und muß sehr stark bevölkert sein, denn ich zählte nicht weniger als 37 Kanus am Sandstrande der Südseite, der wir gegenüber lagen. Derartige Inseln, nahe der Küste, bilden häufig Bevölkerungscentren, weil sie ihren Bewohnern größere Sicherheit gegen Überfälle bieten und somit eine ruhigere und gedeihlichere Entwickelung ermöglichen. Nicht selten benutzen so günstig situierte Insulaner aber auch ihre Überlegenheit, um an der Küste Raubzüge auszuführen. Allem Anscheine nach waren die Guapiten, welche uns bald in ihren Kanus umringten, gut situierte Leute. Daß sie keinen Mangel litten, ging schon aus der Unmasse Yams hervor, den sie körbeweis zum Ankauf anboten. Da Guap für einen solchen Reichtum viel zu klein ist, so gehören die schönen Plantagen, die wir an der Südseite von Kairu (d'Urville-Insel) erblickten, vermutlich diesen Insulanern. Sie verlangten aber nichts als »Pore«, Eisen, das sie übrigens nur in Form von Bandeisen zu kennen schienen, denn sie machten sich nichts aus Äxten. Da konnte geholfen werden, denn Meister Nielsen, der Maschinist, schlug alte Kistenreifen in Stücke, die weggingen wie warme Semmeln. Da derartiges Bandeisen sehr dünn ist, so müssen die Stücke so kurz sein, daß man sie nicht mit den Fingern biegen kann. Denn jedes Stück wird von den Eingeborenen sorgfältig geprüft und wenn biegbar, zurückgegeben. Ich bemerkte übrigens einen Steinaxtstiel, der mit einem Stück Eisen montiert war. Es schien ein altmodischer Meißel, vielleicht noch aus der Zeit der ersten Seefahrer, aber sein Besitzer gab das Stück für kein Beil her, weil er ein solches eben nicht kannte. Gar gern hätte ich dieses Bastardgerät der Stein- und Eisenzeit erstanden, aber ich durfte mit den unverfälschten Steinäxten schon zufrieden sein. Die Eingeborenen besaßen davon schöne Exemplare in eigentümlicher Holzfassung (wie T. I, 7), mit rechtstehender Steinklinge (wie um Ostkap), aber auch solche mit querstehender Muschelklinge. Hölzerne Masken und sogenannte Götzen, öfters zu mehreren zusammengebündelt, wurden ebenso häufig als in Dallmannhafen zum Kauf angeboten.
Diese Figuren enden zuweilen in eine lange Spitze (wie T. XV. 7), um mit derselben in die Erde gesteckt zu werden, da sie zum Teil als Talismane für gute Ernten dienen. Auch aus Holz geschnitzte, buntbemalte Tierfiguren, z. B. sehr erkennbare Eidechsen (Monitor), sowie eine neue Form Holzschüsseln, mit Schnitzerei, darunter unter anderem die Darstellung eines fliegenden Hundes, erhielt ich, ebenso breite Schildpattarmbänder mit Gravierung, die weiter westlich nicht mehr vorzukommen scheinen. Ein besonders feines Stück, aus einer 32 cm langen und 15 cm breiten Platte gebogen, ist im Atlas (Taf. XIX. 1) abgebildet. Wie hier östliche ethnologische Formen ihr Ende zu erreichen scheinen, so trafen wir hier zuerst charakteristische westliche. So unter anderm Brustkampfschmuck in Form eines breiten herzförmigen Schildes aus Eberhauern mit roten Abrusbohnen (wie T. XXIII. 2) und eine andere sehr merkwürdige Art aus Eberhauern und Ovulamuscheln. An Federschmuck kamen Paradiesvögel, sowie die schönen roten Federn des Borstenkopfpapageis (Dasyptilus Pequeti) vor. Im übrigen zeigte Ausputz wie Bekleidung der Leute nichts Besonderes. Als letztere diente ein zuweilen buntbemalter Streif Tapa, in der gewöhnlichen Weise um die Hüften geschlagen. Haarkörbchen sah ich nicht mehr, sie mögen aber vorkommen. Man trug das zu einem dichtverfilzten Zopfansatz verlängerte Kopfhaar mit Binden aus Pandanusblatt umwickelt oder die bereits bekannten Angströhren, die hier (wie auf Muschu) ihre eigentliche Heimat zu haben scheinen. An Bartschmuck in der vorher beschriebenen Weise ([S. 299]), fehlte es auch nicht, wie die nachfolgende Abbildung (S. 317) zeigt.
Mann von Guap-Insel.
Der Korb ist diesem Manne aber nur aus Versehen des Zeichners in die Hand geraten, denn er stammt von Venushuk (vergl. [S. 293]). Dagegen zeigt der reich mit Platten aus Cymbiummuschel verzierte Brustbeutel die übliche Form. Die hiesigen Eingeborenen excellieren in der Anfertigung solcher Beutel, die aus feinem, sehr haltbarem Bindfaden, teils in weitmaschiger Filetmanier, teils ganz dicht geknüpft, zuweilen wahre Muster zierlicher und geschmackvoller Arbeit sind. Sie haben natürlich sehr verschiedene Größe (bis 50 cm breit und 30 hoch) und zeigen für gewöhnlich einfache, bunte Muster (in Kirschbraun, Braun, Schwarz, Blaugrau). Häufig werden aber artige Muster aus kleinen Muscheln (Nassa) oder aus ganzen und halb durchschnittenen Samenkernen (Coix lacrymae) gleich mit dem Bindfadenmaterial eingeknüpft (vergl. T. X. 4). Der äußere Ausputz dieser Brustbeutel, die nur den Schmuck des Mannes bilden, ist zuweilen sehr mannigfach. Ich gebe hier ein Verzeichnis solcher Papua-Breloques: Troddeln aus Bindfaden, Klingel aus einer Muschel (Cypraea lynx) als Klöpfel ein Stückchen Koralle, Platten von Placuna- und Cymbium-Muscheln, letztere zuweilen mit aufgelegter durchbrochener Schnitzerei aus Kokosschale, bearbeitete Stücke Schildpatt, kleine Holzfiguren (wie XV, 5) und Amuletmasken (T. XIV. 4), Kalebasse zu Kalk, Bambumesser, Nasenschmuck aus Perlmutter (wie XX. 5) oder Eberhauern (XX. 8), feine, aus Gras geflochtene Kettchen, mit Anhang von schwarzen Fruchtkernen und Papageifedern, Streifen Cuscusfell, und als Talismane: Stückchen Massoirinde[76], Ingwer oder Pflanzenbüschel. Da der Papua in einem solchen Beutel seine notwendigsten Habseligkeiten und Requisiten bei sich trägt, so werden wir dieselben am besten aus dem Inhalt kennen lernen, der sehr verschiedenartige Sächelchen entwickelt. An nützlichen Gegenständen: Löffel aus Kokos, Schaber aus Perlschale (V, 8), Muschelschalen (Batissa) zum Schneiden, Brecher aus Knochen (V. 7), Raspel aus Rochenhaut, Feile aus Koralle, Nadel aus einem durchbohrten Fischknochen, Bogensehne von Rotang, Ring zur Befestigung derselben, etwas Bindfaden; an Geld: aufgereihte Hundezähne und Nassa-Muscheln, an Zieraten: Nasenschmuck (wie vorher), rote und gelbe Erde zum Bemalen; an Genußmitteln: Betelnüsse, dazu Kalk und Pfefferblätter, Tabak in Blättern, dazu Baumblätter als Umlage für Zigaretten, eßbare Erde; an Talismanen: kleine Holzfigur (wie vorher), runde Kiesel (meist aus dem Magen der Kronentaube, Goura, und Jägerzeichen), Massoirinde und Ingwer. Nicht wahr? Der Mensch der Steinzeit hat bereits eine Menge Bedürfnisse und weiß Naturprodukte auszunutzen, die dem Kulturmenschen als wertlos erscheinen. Ich vergaß noch einen seltenen Fund anzuführen, den ich später in einem der Brustbeutel von Guap machte, nämlich, sorgfältig in ein Blatt gebunden: acht kleine rote Glasperlen! Dies verwunderte mich umsomehr, als die Eingeborenen Glasperlen gar nicht zu kennen schienen. Nicht unwahrscheinlich ist es, daß dieses europäische Erzeugnis von der benachbarten d'Urville-Insel herstammte, wo Sir Edward Belcher (im Juli 1840) mit dem »Sulphur« den schönen Victoriahafen auffand und aufnahm.
Die Guapiten waren übrigens ruhige und manierliche Leute, mit denen sich gut schachern ließ, Stück um Stück, Hand um Hand, aber »schenken« kannten sie nicht. Die Unmassen Waffen, welche sie mit sich führten, zeigten ihre Wehrhaftigkeit und Kampfbereitschaft. Ich erhielt hier flache lattenförmige Keulen (ganz wie die von Astrolabe), Bogen, schöne Pfeile mit fein geschnitzten Holzspitzen und Kerbzähnen, zum Teil mit aufgeklebten Federn und Coixkernen, und lange (2,80 m) Wurfspeere aus Palmholz, in der Mitte mit eigentümlichem Ansatz, der wahrscheinlich zum Schleudern dient. Schwere über drei Meter lange, mit Kasuarfedern reich verzierte Lanzen schienen Häuptlingsattribute. Die kleine Silhouette auf Tafel VIII, 10 zeigt einen derartig distinguierten Würdenträger auf seinem Kanu aus der Ferne gesehen. Diese Kanus haben in der Mitte einen tischartigen Aufbau zum Teil mit Schnitzarbeit, ganz wie die am Caprivifluß, und sind wie jene so schmal, daß die Ruderer nicht beide Füße nebeneinander stellen können. Selbstverständlich besitzen auch diese Kanus einen Ausleger, aber ich beobachtete keine mit Segel.
Aus den fremdartigen Stimmlauten um uns her, tönte plötzlich ein bekanntes Wort: »Doktor! Doktor!« Erst glaubte ich mich verhört zu haben, aber nein, es war keine Täuschung. »Also auch hier schon bekannt«! dachte ich und sah mich nach den Rufern um, drei Eingeborenen, die in ihrem Kanu längsseit lagen und sogleich an Bord zu klettern versuchten. Als ich sanft abwehrte, schienen die Leute nicht wenig bestürzt, und aus ihren vorwurfsvollen Blicken ließ sich der Sinn ihrer Rede erraten. »Nette Menschen, diese Weißen! Gestern ließen sie sich bei uns noch abfüttern, und heut will uns der Doktor schon nicht mehr kennen!« so ungefähr mochten sie sagen und hatten recht. Aber Eingeborene sehen einander meist verzweifelt ähnlich, und so war es verzeihlich, wenn ich unsere Freunde von gestern nicht gleich wieder erkannte. Ich suchte meinen Fehler gut zu machen, denn die Anhänglichkeit dieser Leute, uns trotz des Regenwetters, das Kanaker gar nicht lieben, zu folgen, verdiente Belohnung. Freilich machten mir die treuen Seelen von Rabun wieder neue Mühe, denn sie kamen wieder mit der alten Geschichte: Schweine, Haus, Mädchen etc., und als wir am andern Morgen (13. Mai) abdampften, gab es nur eine Wiederholung der Abschiedsscene. Ich atmete daher auf, als die Versucher endlich betrübt in ihr Kanu kletterten und wegpaddelten, denn der Verkehr mit Eingeborenen ist gar anstrengend.
Der starke westliche Strom, welcher auffallender Weise am Nachmittag (4 Uhr) des vorhergehenden Tages nach Ost umsetzte, führte uns ohne Dampf durch Dallmannstraße. Wir passierten Aarsau (Pâris), eine niedrige, dichtbewaldete Insel, ohne Kokospalmen, die wenig bewohnt scheint, gleich dahinter das kleine unbewohnte Unei und sahen in Nordwest die von d'Urville, Guilbert und Bertrand benannten Inseln vor uns, welche dichtbewaldeten Atollen ähneln. Da die Hansemannküste mit Pomone-Huk endet, so wurde die weitere Fortsetzung derselben westlich bis zum 141 Grade von Kapitän Dallmann als Finschküste unterschieden. Sie zeigt von Pomone-Huk an unausgesetzt dicht mit Laubwald bedeckte, hie und da von Grasflächen unterbrochene Hügelketten, dahinter höhere Bergreihen (600 bis 1000 Fuß hoch) und scheint wenig bevölkert. Nur an einem Flusse (Virchow) circa fünf Meilen West von Aarsau bemerkten wir zwei Dörfer. Aber weiterhin zwischen Sapa Point (von d'Urville) und einer neuen Huk (Guido Cora[77]), die beide nur sanft vorspringende, steile Uferhügel sind, zählte ich acht Küstendörfer (von je 12 bis 20 Häusern) hintereinander, ohne jedoch Menschen und Kanus bei denselben wahrzunehmen. Das war mir lieb, denn wir entgingen dadurch Aufenthalt, der bei unserem Kohlenvorrat ohnehin mehr als mir lieb war, beschränkt werden mußte. Aber hätten wir bei jedem Küstendorf halten wollen, dann wären wir wohl nie nach Humboldt-Bai und zurück gekommen. Trüb lichtgrün gefärbtes Wasser zeigte, wie dies fast stets der Fall war, daß wir uns wieder Mündungen von Flüssen näherten. Auf einen kleineren (Petermann) Fluß folgte ein größerer (Kaskade), der wie über ein Wehr ins Meer fällt und von dem der nahe Behmfluß vielleicht nur ein Arm ist. Am Kaskadefluß zeigten sich zwei bis drei kleine Siedelungen, wie stets, mit den entsprechenden Hainen der Kokospalme.
Aber nur ein Kanu wagte abzukommen und verschaffte uns eins jener gemütlichen Zusammentreffen, in welchen man das Wesen unberührter Naturmenschen in voller Ursprünglichkeit und Harmlosigkeit am besten kennen lernt. Das Kanu brachte nämlich nur einen alten Mann mit zwei hübschen Knaben, von etwa zehn und acht Jahren, wie sich später herausstellte, seine beiden Söhne, Amus und Mambas, aus dem Dorfe Wanua. Papa Malgari war in vorgeschrittenen Jahren, durch Pockennarben entstellt, trug Vollbart, einen kurzen Zopf, sonst nichts als den üblichen Tapalendenstreif und eine Eulenfeder im Haar. Desto feiner waren aber von Mama die beiden Sprossen für den Besuch bei den unbekannten Gästen herausgeputzt, wozu sie wahrscheinlich eigenen Schmuck hergeliehen. So die schönen Halsketten aus Nassa mit Muschelring (T. XXI 5), und die großen Schildpattohrringe, ebenfalls mit Muschelplatte aus Conus, während der Knochendolch, welcher im Grasarmbande des älteren Amus steckte, wohl Papa gehören mochte. Amus war bereits mit dem Tapastreif bekleidet, sein Bruder ohne einen solchen, aber beide trugen kreuzweis über die Brust schmale zierlich geflochtene Bänder, mit kleinen Samenkernen wie mit Perlen besetzt. Das Haar der Knaben war mit Ausnahme zweier Wirbelzöpfchen kurz gehalten. In den durchbohrten Nasenflügeln steckten Holzstiftchen, bei dem jüngeren Bruder sogar ein solches in der Nasenspitze, denn schon gar früh muß sich der junge »Wilde« dem eisernen Zwange der Mode unterwerfen. Ich forderte die guten Leutchen auf, an Bord zu kommen und Papa Malgari hatte nach einigem Zögern auch Lust dazu, wurde aber von seinen Söhnen zurückgehalten. Sie sprachen wahrscheinlich davon, daß Mama dies ausdrücklich verboten habe, daß ihm was geschehen könne, kurzum tyrannisierten ihren Vater förmlich, wie sich dies Kanakerväter von ihren Kindern gern gefallen lassen. Ich hielt den obstinaten Knaben eine Standrede; gleich drehten sie mir, mit wütenden Blicken, den Rücken zu, als wollten sie sagen: »Du hast hier gar nichts dreinzureden! das ist unser Vater, und wir wissen am besten, was ihm gut ist.« Endlich überwand die Neugierde alle Bedenken, und trotz der Lamentation seiner Söhne kam der Alte an Bord, sogar in die Kajüte. Ja! da gab es was zu sehen und der Zeigefinger, als Zeichen des Erstaunens, kam gar nicht mehr zwischen den Zähnen hervor. Und nun vollends gar, als ich dem Alten einen Spiegel schenkte und unter entsprechender Belehrung, eins jener Rasiermesser, die samt Etui in Sydney 40 Pfennige kosten! Seine Augen glänzten vor Freude; aber ich fürchte, die Silberstahlklinge wird gegen den struppigen Bart, der bisher nicht einmal einen Kamm kennen lernte, wenig ausgerichtet haben. Voll Freude eilte Papa an die Reiling, um seinen Sprossen von all den Herrlichkeiten und Wundern zu erzählen, wurde aber nur angeschnauzt. Denn alle Überredung schien den beiden Trotzköpfen gegenüber vergeblich, bis ich mich ins Mittel legte. Man wird vielleicht denken, mit Anranzen! I Gott bewahre! das hilft bei Kanakerknaben am allerwenigsten, aber ein kleines unansehnliches Instrument, eine Mundharmonika, wirkte dieses Wunder. Bei ihren Tönen wandten sich die verbissenen Gesichter um, erst unwillig und finster dreinschauend, nach und nach freundlicher, belebter, und als ich sie jetzt mit lächelnder Miene einlud, da konnten sie nicht länger widerstehen.