„Ich bin gleich fertig. Soll ich etwas Besonderes bestellen?“
„Weiß nichts. Grüße nur.“
Adele zog in eine neue Wohnung. Hauptsächlich Schmerzchens wegen. Natürlich. Und es war nur billig, daß Ernst einen Umzugsbeitrag schickte. Vor drei Monaten war Vicki an verspätetem Scharlach erkrankt. Karla kabelte jeden Tag in die Culmstraße, wie es Schmerzchen ginge. Und immer dieselbe Mahnung: „Nicht sparen. Kind isolieren.“ Vickis Krankheit kostete sie sehr viel Geld — und dann die Erholung an der See! Aber davon hatte dann auch Schmerzchen was gehabt, hatte mit bloßen Füßchen im warmen Dünensand herumgepaddelt. „Das Körperchen wird schon ganz braun“, schrieb Adele.
„Die Ruhe und die gute Luft tun Adele auch gut“, sagte Altmann.
Karla fragte nicht, was an Geld draufging. Nur, als sie von der Zofe der Nordeni sprach, hatte Altmann gemeint: „Vernünftig sein, Karla ... wir brauchen ohnehin eine Unmenge.“
Sie nickte. Ja ... das mochte wohl stimmen. Bei John Russel war sie mächtig im Vorschuß, und es war ihr beinahe unheimlich, wie leicht er ihr jede verlangte Summe gewährte.
Freilich verlangte er Toiletten. Hatte nur kalt aufgelacht, als sie ihre mitgebrachten Schätze gezeigt hatte, damit er das Kleid für ein Konzert wähle, in dem sie mitwirken sollte. Ganz wütend war sie über die Geringschätzung gewesen. Altmann übernahm es, mit Russel zu sprechen. Karla war ja schließlich nicht als „Salondame“ für französische Ehebruchskomödien engagiert, sondern als dramatische Sängerin. Auf die Stimme kam es an, und wenn sie in großen Linien der Mode folgte, so durfte niemand mehr von ihr verlangen!
„Verlange ich auch nicht, Herr ... Herr ...“
Es wurde John Russel noch immer schwer, sich Altmanns Namen zu merken.
„Siehst Du“, sagte Altmann sehr selbstsicher und zufrieden von dem Ergebnis seiner Unterredung.