Karla freute sich auf das Konzert, das in dem Hause eines Milliardärs stattfinden sollte und zu dem die Spitzen der Gesellschaft ihr Erscheinen zugesagt hatten. Sie konnte kaum essen und schlafen vor Aufregung. Aber als sie John Russel fragte, für welche Stunde sie sich bereithalten sollte, sah er sie kalt an und warf ihr die Antwort hin:
„Sie singen ja gar nicht, sondern die Nordeni.“
„Siehst du ... siehst du“, rief sie zu Hause und trommelte auf den Tisch.
Die Tränen saßen locker bei ihr und überfluteten ihre Wangen.
Altmann suchte sie zu beruhigen.
„Lächerlich, Karla ... Sei froh, daß du einen Tag Ruhe hast. Wir gehen ins Deutsche Theater und verbringen einen netten, gemütlichen Abend.“
„Ich hätte aber hundert Dollar für das Konzert bekommen“, schluchzte Karla.
Die Nordeni renommierte haarsträubend. Der Hausherr hätte ihr die Hand geküßt, die Damen hätten sich um ihr Taschentuch gerissen, das sie auf dem Flügel hatte liegen lassen ... Karla konnte das alles schwarz auf weiß in einem der amerikanischen Klatschblätter lesen. Und dazu noch, daß die „Künstlerin außer einem fürstlichen Honorar ein Armband, mit Rubinen und Brillanten besetzt, als Geschenk erhalten hatte“. Folgte die Beschreibung der Toilette.
Am nächsten Morgen ging Karla, ohne ihrem Manne etwas zu sagen, in die Office von John Russel.
John Russel saß in Hemdsärmeln vor seiner Schreibmaschine, die er bei Karlas Eintreten durch einen Druck auf einen Knopf in einer Versenkung verschwinden ließ, worauf sich die Tischplatte selbsttätig zusammenschloß.