„Stimme ... Stimme! Die ist doch erst etwas wert, wenn ich was aus ihr mache. Haben Sie das noch nicht verstanden? Nein? Dann können Sie mir leid tun!“

„Mein Mann ...“

„Kommen Sie mir nicht immer mit Ihrem Mann. So ein Mann, der nichts ist als ‚Mann‘ — macht mich nervös. Sagen Sie ihm lieber, er solle sich einen anständigen Frack machen lassen; er sieht auch aus wie ein Schulmeister in seinem Hochzeitsanzug, mit den altmodischen Schößen. Darin passen Sie gut zusammen! Oder, sagen Sie mal ... er ist doch Schauspieler! Ich kenne den Direktor vom Deutschen Theater hier. Wenn ich dem ein paar Worte sage ... bring’ ich ihn dort unter. Da kann er seine ältesten Lumpen auftragen, wenn er will. Überlegen Sie sich’s. Und da sind zweitausend Dollar. Und hier ... die Adresse von einem Modesalon. Zehn Prozent Rabatt, wenn Sie von John Russel kommen. Die wissen dort schon, was ich liebe. Da ist auch noch die Karte von meinem Schneider ... warten Sie ... hier! Da kann Ihr Mann hingehen.“

Karla wechselte immerfort die Farbe. Es war alles so schrecklich demütigend und häßlich.

„Wir haben ein Kind, wir müssen sparen!“

Russel lachte kurz vor sich hin. Sie war eine Gans, diese König. Schade, daß er sich mit ihr beschwert hatte ...

„Sparen heißt verdienen, aber nicht: nichts ausgeben! Wenn Sie nichts ausgeben, kommen Sie auch nicht zum Verdienen. Das ist meine Meinung. Im übrigen machen Sie, was Sie wollen. Aber wenn nichts aus Ihnen wird, dann bedanken Sie sich bei Ihrem Manne. Nur schade um die Stimme! ...“

Karla zupfte an ihren Handschuhen, drehte ihren Schirm wie einen Quirl in der Hand und steckte den Scheck schließlich in ihr Täschchen. Sie unterschrieb mit großen, dicken Buchstaben „Karla König“, ohne „Altmann“.

„Ist nicht nötig“, hatte John Russel gesagt.

Abscheulich war dieser Russel — gemein! Sie hätte ihn am liebsten ins Gesicht geschlagen.