„Ja ... warum hast du dich nicht zusammengenommen?“

Seine Stimme klang härter, als er wollte.

Aber dann sah er ihren Umhang auf dem Boden liegen, die Schleppe war am Ende eingerissen, als wäre sie beim hastigen Aussteigen am Wagentritt hängen geblieben.

„Die guten Sachen! ... So paß doch auf! ...“

Karla warf sich in den nächsten Sessel.

„Die guten Sachen? ... Meinetwegen sollen sie in Fetzen gehn. Es sind ja doch nur Lumpen. Jawohl! Lumpen! Ach, du glaubst vielleicht, weil das Kleid fünfhundert Mark kostet, bin ich gut angezogen? Gott bewahre! ... Ich hatte ja Goldschuhe an und weiße, lange Handschuhe! Denke doch — mein Verbrechen! Ausgelacht haben sie mich! Erst ausgestellt, wie in einem Panoptikum, und dann ausgelacht!“

Sie schlug die Hände vors Gesicht und blieb regungslos sitzen. Sie wartete. Jetzt mußte ihr Mann kommen, mußte den Arm um sie legen, sie trösten und sagen, daß sie heimfahren wollten. Lange saß sie ganz still, begriff nicht, daß es so lange währte, bis das geschah, worauf sie wartete.

Altmanns Schritte schlugen an ihr Ohr, langsam, gewichtig. Er räusperte sich, blieb stehen.

„Ja ... na und dann?“

„Dann? ... Dann bin ich stecken geblieben und habe getan, als ob ich ohnmächtig wurde ... das war dann!“