Alle Schelmerei lag in ihrem Blick, alle Teufelchen einer jungen Frauenseele, die in ihrem Manne einen Gespielen wecken will.

„Nein, Karla — nie!“

„Ja, aber ... warum denn? ... Es ist doch so nett einmal ...“

„Es ist vieles nett, was man nachher abzubüßen hat. Und nichts ist gefährlicher, als wenn man die Herrschaft über sich verliert ...“

„Und du hast nie die Herrschaft über dich verloren, Ernst ... nie?“

Es klang beinahe etwas wie Bedauern aus ihrer Stimme. — — —

In San Franzisko hatte sie ihre erste Probe mit Orchester, als Agathe. Nach ihrer Arie klopfte Kapelle ab.

„Hören Sie mal ... wollen Sie das ... ich meine, für mich ... wollen Sie das nochmal singen ... mir vorsingen ...?“

Die knorrige, heisere Stimme klang fast scheu und bittend.

Sie nickte. Das Herz klopfte ihr bis zum Halse. Nie hatte ihr jemand so zugehört. Nie ... Alwin Maurer vielleicht ... aber was verstand der? Sie sang schöner, weihevoller noch als das erste Mal, in flutendem, gleitendem Wohllaut. Als sie geendet hatte, klopfte er ein zweites Mal ab und legte den Taktstock hin.