Er wußte sich keinen Rat. Lief auf den breiten Hotelgang hinaus, klopfte bei der Nordeni an.

Sie lag in einer rosa Wolke auf dem Ruhebett und polierte ihre Nägel, während Mariette mit geschickten Fingern eine der wundervollen Theaterperrücken der Nordeni auf einem Stock auffrischte.

„Wie nett, lieber Altmann ... daß Sie mich besuchen! Wollen Sie eine Tasse Tee mit mir trinken?“

Altmann dankte kurz. Er nahm die Hände der Nordeni in die seinen. Er sprach erregt und dringlich.

„Liebste, Beste — meine Frau ist sehr elend heute ... wollen Sie nicht an ihrer Stelle singen ...?“

Er hätte diese Zumutung in New York oder Chicago gewiß nicht an sie gerichtet. Aber in Los Angeles ...!

„Denken Sie, Russel will die Wegler singen lassen ... das geht doch nicht ... das müssen Sie als Künstlerin zugeben ... das geht nicht!“

Madame Nordeni lächelte liebenswürdig.

„Aber wieso denn, lieber Freund? ... Die Wegler ist sehr nett ... ich meine, natürlich nicht für Chicago oder New York ... aber für hier? Sie übernahm einmal von heute auf morgen die Gräfin im Figaro ... reizend ... reizend, sage ich Ihnen! Seien Sie nur ganz ruhig .. sie wird das schon ganz nett machen! Ich freue mich nur auf das Gesicht von Kapelle, wenn statt Ihrer Frau die Wegler da oben steht!“

„Verzeihen Sie, meine Frau ist krank ...“