Er lachte nachsichtig, aber beim nächsten Laternenpfahl machte er seinen Arm frei. Es war nicht gerade nötig, daß ...

Er mochte den Gedanken nicht einmal zu Ende denken. Aber die feuchte Wärme durchdrang seine Kleider, und die Schwüle erschlaffte ihn.

„Sind Sie bös gegen mir?“

Sie sprach ein drolliges Kauderwelsch und legte eine süße Kindlichkeit in den Ton ihrer Stimme. Ihr Augenaufschlag, ihre halbgeöffneten Lippen mit den perlenden weißen Mausezähnchen ...

Altmann machte so große Schritte, daß sie kaum nachkam mit ihrem Getrippel.

„Unsinn ... wie kommen Sie darauf ...“

Aber er fühlte, die Frage war schon zuviel. Er hätte sie am Schopf, an ihrem so wunderhübsch leuchtenden roten Schopf packen mögen und sie beuteln. Kleine Kröte ... er durchschaute sie. Ganz genau. Aber ... o nein ... mein Fräulein ... o nein! Schließlich war er doch etwas anderes als der Herr Schädlowski oder der Bariton oder einer der bräunlichen Herren, mit denen sie Austern schlürfte. Er hatte eine Frau zum Donnerwetter! Eine liebe, prächtige Frau, die ... die ...

Auch in seinen Gedanken kam er nicht weiter. Lieb hatte er Karla wie niemanden sonst auf der Welt. Aber diesen prickelnden Reiz, den hatte sie nie für ihn gehabt. Gott sei Dank nicht. Den hatten eben nur solch kleine Dirnchen wie diese Mariette ... und die schüttelte man einfach ab, ohne viel Getue ... ganz rücksichtslos!

Er lief beinahe. In Schweiß gebadet kam er ins Hotel. Über das Holzgitter des Vorgartens sah er einen schmalen Lichtstreifen unter Karlas Balkonfenster. Dieser Lichtstreifen rührte ihn mehr als eine Klage. Sie saß in dieser wundervollen Nacht allein im abgeschlossenen Zimmer, wagte es nicht einmal, die Hitze des Tages herauszulassen.

Er ging um das Hotel herum. Mariette war verschwunden; er atmete erleichtert auf, nahm eilig die wenigen Stufen, die zu den Zimmern führten.