„Hier ist die Luft so ... wie soll ich sagen ... so warm und brütend ... und man kann nicht den Fuß wohin setzen, ohne auf etwas Lebendes zu stoßen ... Ich glaube Ernst, die Natur hat mich gewiß zu was ganz anderem bestimmt als zu einer Primadonna.“
Altmann versuchte zu lachen.
„Etwa zu einer kleinen Bruthenne ... wie?“
„Vielleicht ...“
Peitschenknallen schlug hart in die Stille des Zimmers, durchschnitt die drohend aufsteigende Mißstimmung.
„Jetzt wollen wir aber vergnügt sein, Karla, wie? ...“
„Ja! ...“, klang es gedrückt zurück.
Als sie die luftige Steinhalle durchschritten, nickte ihnen die Nordeni zu. Sie saß mit Mariette in den Korbstühlen, und zwei schwarzhaarige Herren, offenbar Portugiesen, bewirteten sie mit Eis und Gebäck. So offensichtlich hatte die Nordeni ihre Zofe noch nicht zu ihrer Gesellschaft gezogen. Vermutlich schleppte sie die hübsche kleine Pariserin als Angelhaken mit.
Als Altmann und Karla vorüberkamen, löffelte Mariette sehr angelegentlich ihr Eis. Karla blickte über sie hinweg, hing sich nur wieder sehr augenfällig in den Arm ihres Mannes.
Die Fahrt machte Karla ein ungeheures Vergnügen. Das „Theater“ war fertig und sollte morgen nur noch mit Blumen und Teppichen ausgeschmückt werden. John Russel begrüßte Karla am Wagen und brachte ihr dann selbst ein Glas Sekt aus dem Café, denn es war nicht schicklich für Damen, die im Wagen kamen, auszusteigen und sich unter die Fußgänger zu mischen. Das gefiel Karla. Sie fand das nach langer Zeit wieder sehr „vornehm“ und hatte eigentlich das erstemal so etwas wie „Primadonnengefühle“. Sogar das ziemlich schamlose Anstarren von den Herren machte ihr Spaß. Du lieber Gott, sie war eben wer ... Sollte sie das nicht freuen?