Ein Geschenk, das Don Pedro ihr eines Tages heimlich hatte zustecken wollen, wies sie entschieden zurück. Sie trug keinen noch so bescheidenen Ring, keinen Armreif, keine Nadel ... Ihre schlanken, weißen Arme entstiegen wie unschuldige Lilien dem feinen Spitzengefältel ihrer halblangen Ärmel. Keine Kette, kein Band unterbrach die bezaubernde Linie ihres Halses ...
Die Nordeni fühlte die Durchtriebenheit ihrer Koketterie — und war machtlos. Um so machtloser, als sie niemals einen Grund zu einer Rüge finden konnte. Es war einfach unmöglich, sich tadelloser zu benehmen als Mariette.
Mariette zerlegte ihren Poulardenflügel und blickte zu Altmann hinüber, mit unschuldig dreisten Blicken, die ihm das Blut durcheinanderwirbelten.
„Wenn du müde bist, Karla ... ich bringe dich hinauf ...“
„Ach ja ...“
Sie lächelte wie ein verschlafenes Kind.
„Und du ziehst mich aus ...“
„Ja ...“
Sie mußten an dem Tisch der Nordeni vorüber. Karla ging mit flüchtigem Kopfnicken und halbgeschlossenen Augen weiter.
„Schon? Was ist denn los?“