„Meine Frau ist müde, und da sie morgen singt ...“
„Ja, natürlich ... immer ein bißchen schonen. Aber Sie kommen doch wieder herunter, lieber Altmann ... Sie kommen doch?“
Es war etwas Dringliches, fast Verzweifeltes in ihrer Bitte — als suche sie eine Stütze, Hilfe ...
Mariette sagte gar nichts. Ihre weißen Finger mit den wie Perlmutter glänzenden Nägeln schoben das Messerbänkchen hin und her.
„Ich werde sehen ... ich kann nichts versprechen.“
„Doch, doch ... übrigens, ich vergaß, bekannt zu machen: Don Pedro de Santos, unser erster Mäcen hier ... Don Despero — Herr Altmann, der Gatte unserer jungen Primadonna Karla König ...“
Sie warf ihren Ruhm hin, ihre Stellung, ihre Jahre. Die Herren verneigten sich stumm voreinander.
„Also Sie kommen? Wir stellen noch ein paar Flaschen kalt.“
Altmann dachte an Karla ... Wie ihr oft unheimlich war, und wie sie sich nach Menschen sehnte aus der Heimat ... Vielleicht gab es solche Augenblicke auch im Leben der Nordeni ... Er war ganz ehrlich. Er sah Mariette mit keinem Blick an. Er spürte nur etwas wie Mitleid in sich.
„Gut, ich komme“, sagte er.