Sie erkannte ihn nicht und sich nicht. Und sie wußte, das würde nun so fortgehen ... lange, lange Zeit ... daß sie miteinander sprechen würden, mit falschen, fremden Stimmen ...

In diesem Augenblick kam Mariette herein. Offenbar hatte sie geglaubt, Karla wäre nicht mehr im Hotel, denn sie blieb erst betroffen stehen und wollte dann mit einem kurzen: „Bonjour, Madame!“ wieder zurücklaufen.

„Ach bitte, einen Augenblick.“

Karlas Augen funkelten; ihr hübsches, rundes Gesicht war wieder rosig überhaucht, wie vor einem großen Vergnügen.

Arglos trat Mariette näher, liebenswürdig lächelten ihre blutroten Lippen.

Karlas Hände aber fielen blitzschnell auf die rechte und die linke Wange der kleinen Pariserin, die, wie erstarrt über die ihr widerfahrene Züchtigung, Karla mit ihren Augen nur so durchbohrte. Ihre Lippen zuckten, ihr Unterkiefer bebte.

Altmann riß Karla mit sich fort:

„Was fällt dir ein? ... Wie benimmst du dich? ... Man muß sich ja schämen .. in meiner Gegenwart ..“

Karla befreite ihre Hand. Sie hatte ihr Mütchen gekühlt und war gleich wieder mal bereit gewesen, alles zu verzeihen, sich im Wagen mit ihrem Mann zu versöhnen. Seine Worte löschten alle ihre guten Vorsätze aus.

„In deiner Gegenwart nur? Schade ... ich wollte eigentlich vor dem versammelten Personal ...“