Mariette und die Nordeni mit ihrem tragischen Ende schienen Karla unlöslich mit ihrem Manne verknüpft. An dieser Vorstellung litt sie mit tausend Schmerzen. Ihre Erfolge freuten sie nicht mehr. Wenn Altmann im Theater zurückgehalten war und sie längere Zeit allein blieb, dann ging sie auf die Suche nach Kapelle.

Das erstemal hatte sie an seiner Zimmertür angeklopft.

„Sie? Was ist? Was wollen Sie?“

Es war kein sehr freundlicher Empfang gewesen.

„Darf ich ein bißchen bei Ihnen bleiben?“

Er stieß die Balkontür auf, klappte die Notenblätter zusammen, die auf seinem Tisch ausgestreut lagen.

„Was schreiben Sie, Kapelle?“

„Schreiben? Ich? ... Ich schreibe überhaupt nichts. Stimmen ziehe ich ein. Wann zum Deubel ist denn endlich Ihr Vertrag mit Russel zu Ende?“

„Weiß nicht. Ich bin im Vorschuß ... gehen läßt er mich nicht so bald ...“

„Läßt er nicht ... ja ... glaub’s gern ... Wär ja auch eine Eselei von seinem Standpunkt ... Aber Ihr Mann ... ich meine: Haben Sie denn nichts? ... Gar nichts? ...“