„Endlich! ... Sind Sie mir nicht mehr böse?“

„Böse? Wieso? Hab’ nie daran gedacht ... Setzen Sie sich nur. Wir haben nicht viel Zeit.“

Er schob die Tür wieder energisch hinter sich zu und ließ sich am Fensterplatz, Karla gegenüber, nieder.

Sie wollte was sagen von schlechtem Singen, von verspäteten Einsätzen — er schnitt ihr mit einer kurzen, hastigen Bewegung das Wort ab.

„Jetzt handelt es sich um etwas anderes. Ich wollte es mir bis New York aufsparen ... Aber jetzt ist jedenfalls Gefahr im Verzuge ... Also kurz und gut: ich hab’ was für Sie.“

„Für mich? ... Was haben Sie für mich?“

„Eine Depesche, weiter nichts. Halt ... nicht aus der Hand reißen — zuhören! Es ist nichts Böses. Also: Berlin, wohlverstanden — Berlin kabelt, ob Karla König für drei Jahre mit steigender Gage von fünfzehn-, achtzehn- und zwanzigtausend Mark und freiem Gastspielmonat einverstanden .... Unterschrift geht Sie nichts an. So.“

Karlas Kopf war gegen das Kissen zurückgefallen. Sie murmelte erst etwas kaum Verständliches — ihre Hand schlug in der Luft hin und her.

„Kapelle ... lieber Kapelle ...“

Er faltete das Telegramm zusammen und steckte es in die Seitentasche seines stets verknitterten Anzuges.