Aber sie wehrte ungeduldig ab. Er sollte sie doch zufriedenlassen. Sie hatte das nur so hin gesagt. Zum Arzt gehen? Der würde sie auslachen.

Altmann atmete auf. Er war jetzt wieder ganz ruhig. Junge Frauen spielten wohl oft mit dem Gedanken der Mutterschaft. Es lag so nahe. Sie wußten ja auch nicht, wie abhängig sie waren vom Willen und der Beherrschung des Mannes.

Und er streichelte, wieder entlastet und nachsichtig, Karlas Wangen.

„Wie wär’s, wenn wir ein bißchen übten?“

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Und es kam doch der Tag, da ihr unbewußtes Sehnen Erfüllung wurde. Noch wagte sie nicht, an ihr Glück zu glauben. Hielt ihren Zustand geheim. Im Theater schloß sie sich an die anderen verheirateten Kolleginnen an; fragte sie aus, auf allerlei Umwegen.

Nachts wachte Karla oft auf und starrte in das Dunkel ihres Zimmers. Lange. Mit klopfendem Herzen. Sie dachte an ihr Kind.

Das Kind, das ihr jetzt noch allein gehörte. Sie stellte sich vor, wie es in ihren Armen liegen, mit winzig kleinen Händen auf ihre Brust patschen würde. Oder sie sah es im Bade strampeln; ihr Arm stützte das rosige Körperchen, und ihre Lippen suchten die verspielten kleinen Füße.

Sie warf sich im Bett auf die andere Seite und lachte ganz heimlich vor sich hin.

Plötzlich stockte ihr Herzschlag: das Kind war krank. Sie saß an seiner Wiege und hielt die zuckenden Fingerchen zwischen ihren Händen ... Der kleine Körper wand sich in Krämpfen, bäumte sich auf — fiel dann zurück in die Kissen — tot! ...