„Heiliger Gott ....!“
Der Schrei zerriß die Stille des nächtigen Zimmers. Altmann richtete sich in seinem Bett auf.
„Was ist ... hast du geträumt, Karla?“
Er griff nach ihrer Hand — sie war feucht und kalt.
„Ja ... aber ich weiß nicht mehr, was ... Macht nichts. Laß mich nur schlafen! ...“
Sie hielt ihre Hand gegen das Herz gepreßt und vergrub den Kopf unter der Decke. Um keinen Preis der Welt hätte sie gesagt, warum sie so hatte aufschreien müssen.
Altmann durfte nichts erfahren, bis sie selbst gewiß war ... ganz gewiß! Und wieder setzte ihr Herzschlag aus, da sie sich vorstellte, daß sie sich geirrt haben könnte, daß sie nur ein Spiel war ihrer sehnenden Phantasie.
Eines Vormittags, während ihr Mann auf der Probe war und sie die Unruhe nicht mehr ertragen konnte, ging sie zu einer Frau, deren Schild schon öfters ihre Aufmerksamkeit erregt hatte: „Frau Leben. Staatlich geprüfte Hebamme.“ Sie hatte oft gelacht über den Namen, in Verbindung mit dem Beruf. Dadurch hatte er sich ihr eingeprägt. Und nun stand sie vor der großen, breitschulterigen Frau, zitternd wie auf verbotenem Weg.
Die Frau war mißtrauisch gegen die Damen vom Theater, seitdem sie etliche Male versteckte Bitten hatte überhören müssen. Aber Karla König hatte sie einmal singen gehört, und sie hatte die wundervolle Stimme nicht vergessen können.
„Ja ... was soll’s?“