„Gar nicht“, antwortete Karla trocken.
Vicki schoß das Blut zu Kopf.
„Das verstehe ich nicht ... er ist ganz entzückt von dir, Tante ... du hättest so etwas wundervoll Offenes und Gerades ...“
„So ... da kann er sich wohl denken, daß mir eure heimlichen Stelldicheine nicht gefallen ... nein, gar nicht!“
Karla und Vicki führten die Kleine an der Hand und schlugen, leicht gegeneinander verstimmt, den Heimweg ein. Als sie die Reitallee überqueren wollten, kam ihnen ein Reiter entgegen, Schmerzchen stolperte, ließ ihr Eimerchen fallen, der mitgenommene Ball rollte dem Pferde vor die Hufe; es scheute, bäumte sich auf. Karla riß das Kind zurück.
„So halten Sie doch gefälligst Ihren Gaul“, fuhr sie zornig den Herrn im Sattel an.
Abermals flammte Vicki auf. Wie grob die Tante war ...
„Du, das ist doch Graf Gaudlitz!“
„Na — und? ... Er soll auf sein Pferd aufpassen.“
Graf Gaudlitz faßte mit der einen Hand die Zügel kurz an, zog mit der anderen den Hut.