Ein seit einiger Zeit recht quälendes Magenleiden zwang ihn, mäßig und mit Auswahl zu essen — der Papa wiederum durfte nur nippen an dem Wein.

„Ihr Zwei zusammen macht nur einen Tischgast aus“, sagte Karla.

Sie sah wunderhübsch aus in einem ihrer hellen amerikanischen Kleider. Fritz verschlang sie mit den Augen. Vicki stieß ihn einmal an.

„Stier nicht so dämlich ...“

Fritz hätte ihr gern eine ’runtergehauen. Ekelhaft, diese Mädels! Nächstes Jahr war er Fähnrich — in zwei Jahren Leutnant. Dann zählte er mit! Überhaupt kamen nur verheiratete Frauen für ihn in Betracht! In die verheiratete Schwester eines seiner Kameraden war er gerade „zum Totschießen“ verliebt! Aber Karla gefiel ihm noch besser ... vor allem, weil sie Künstlerin war ...

Man war noch bei Tisch, als es draußen klingelte und das Mädchen eine reichlich mit rotem Seidenpapier verzierte Azalee hereinbrachte. „Bodo Völkel, Architekt“, stand auf der Visitenkarte.

„Wer ist denn das schon wieder?“ fragte Altmann.

Karla wurde fast ebenso rot wie Vicki. Aber Vicki fand sich gleich zurecht. Als sie mit der Tante und Schmerzchen im Tiergarten gewesen, hätten sie den Herrn Völkel getroffen.

„Du weißt doch, Mama — vom Architektenball .... Ich habe ihn der Tante vorgestellt ... Er hat Tante sehr gefallen ... nicht wahr?“

„Ja, ja“, schnitt Karla ab. „... Ich erinnere mich — Bodo Völkel — sehr netter Mensch — ja ...“