Er dachte gar nicht daran, zu grüßen. Hatte es nur gerufen, um Altmann zu ärgern. Das war ihm „Hochgenuß“ ... auch so eine Art von „Indianerüberfall“.

„Dein Papa ist manchmal reichlich geschmacklos“, sagte Altmann und warf die Tür ins Schloß.

Luise räumte mit Hilfe des Mädchens die Tassen und die Likörgläser ab.

Karla wäre gern an Schmerzchens Bett gegangen. Aber Luise hatte sie ein für allemal gebeten, das zu lassen. Isoldchen wäre ein schrecklich nervöses Kind — beim leisesten Geräusch erwache sie und wäre dann nicht zur Ruhe zu bringen! An Tante Lis’ hatte sie sich endlich gewöhnt, aber wenn jetzt Karla ...

Karla wußte nicht, was sie machen sollte. Singen konnte sie um elf Uhr abends, wenn alles schlief, doch auch nicht ...!

„Bleibst du hier? Sonst lösche ich aus —“

„Laß nur, Luise ... ich tue es selbst ... Gute Nacht, und ... vielen Dank ...“

Im Hotel hatte sie wenigstens nicht danken brauchen.

„Vergiß nicht, das Fenster zu schließen, und erkälte dich nicht! Gute Nacht ...“

Als Karla allein war, nahm sie die Visitenkarte des Grafen Gaudlitz, riß sie in kleine Stücke und streute sie auf die Straße hinaus.