„Wie das Eßzimmer aussieht ... Ernst muß morgen gleich zur Feuerversicherung! ... Du hast das Kind zu Bett gebracht, Karla? Gut ... aber nun das Licht gelöscht ... raus, raus ...“
Und da Schmerzchen zum ersten Male ihr Recht an die Mama geltend machen wollte, fuhr Luise sie an:
„Nicht unartig sein, Isoldchen ... gleich kommt der Weihnachtsmann und holt sich alle deine Spielsachen. Na ... also ... Jetzt geh aber, Karla ... Du bist gerade so unvernünftig wie das Kind ...“
Am nächsten Morgen stand in einem viel gelesenen Blatte ein längerer Aufsatz über den Brand im Hause der gefeierten Opernsängerin Karla König, der nicht ohne Lebensgefahr gewesen wäre für die Primadonna und ihre zahlreichen Gäste, die sich übrigens lebhaft an der Löscharbeit beteiligt hätten und denen es, unterstützt von der herbeigeeilten Feuerwehr, gelungen wäre, die Kostbarkeiten und wertvollen Einrichtungsgegenstände den Flammen zu entreißen.
Am Nachmittag aber kam der Papa, sehr aufgekratzt. Karla öffnete ihm selbst.
„Na, Kleine ... ist glücklich alles verbrannt?“
„Wie meinst du ...?“
Er griff mit komischer Verzweiflung an seinen silberweißen Kopf, als er von Karlas Musikzimmer aus durch die offenen Türen die Wohnung überblickte.
„Aber es steht ja noch alles da, Kleine ... um Gottes willen!“
Er fiel auf einen Stuhl nieder und tupfte sich mit dem weißseidenen Tüchlein die Stirn ab.