Nach Palmarum übersiedelte Altmann mit Karla nach Berlin.
Dort konnte man am billigsten leben und am besten untertauchen. Er pflegte auch sonst immer um die Zeit bei den Theateragenten vorzusprechen.
Diesmal wollte er den Boden für Karla beackern.
Sie stiegen in einem kleinen Hotel der Friedrichstadt ab. Hofzimmer, drei Treppen.
Wenn Karla ans Fenster trat, blickte sie auf schmutzige Glasscheiben und geschwärzte Eisenstangen. Ein einziges trübes elektrisches Birnchen brannte hoch oben an der Decke. Sie sah kaum das Nötigste beim Auspacken.
Zum Abendbrot hatten sie sich bei Altmanns Schwager angesagt.
Es war Zeit, daß Karla die Familie kennen lernte. Sie zog das „Schwarzseidene“ an. Aber es machte ihr Mühe. Altmann mußte hinuntergehen und Sicherheitsnadeln holen. Mit einem seiner breiten schwarzen Schlipse ließ sich die nötige Brustweite provisorisch herstellen.
„Na ... Du gehst ja ordentlich in die Breite!“
Er lächelte. Aber die Nervosität konnte er nie ganz verbergen, wenn sich Karlas Zustand bemerkbar machte.
Es war doch eine katastrophale (er brauchte das Wort gern) Störung! Karlas Stimme war merkwürdig zeitig in Mitleidenschaft gezogen worden. Es gab Schwankungen, leichte Belegtheit. Ja, es war vorgekommen, daß sie unrein gesungen hatte!