Der Direktor stand, die Hände in den Hosentaschen, in der zweiten Kulisse und lächelte gallig.
„Hast’s nötig gehabt, Mädel ....“
Auch schauspielerisch hatte Karla immer weniger hergegeben.
Aus Angst, es könnte ihrem Kinde schaden.
Frau Leben, mit der sie Freundschaft geschlossen, war ihr eine strenge Beraterin geworden.
Karla trug kein Korsett mehr, weil sie es ihr verboten hatte. Sie hatte sich auch früher von der Bühne zurückgezogen, als es sonst üblich war.
Ihre Gage fehlte merkbar, und die Kammer wurde aufgegeben. Um Wäsche zu sparen, legte Altmann zu Hause stets Kragen und Manschetten ab. Karla fühlte plötzlich einen Druck.
Und sie war froh, als es hieß: Berlin.
Da hatte sie doch den Papa und die Schwestern ihres Mannes. Sie kannte sie nicht, aber sie war besten Willens, sich ihnen anzuschließen. Denn, ohne daß sie es zugab: die Abende waren ihr recht tot erschienen in den letzten Wochen.
Klanglos war sie untergetaucht in der grauen Menge und dem stumpfen Alltag. Sie war nahe daran gewesen, sich zu vernachlässigen, den ganzen Tag im Schlafrock herumzulaufen.