Und wenn sie übte, dann weinte sie oft. Manchmal wurden ihr die Schläfen feucht, wenn sie daran dachte, daß sie die Stimme verlieren könnte.

Lieber sterben, als die Stimme verlieren! Lieber ....

Sie war doch verrückt gewesen, sich ein Kind zu wünschen. Verrückt! ...

Frau Leben hatte ihr dann immer den Kopf zurechtsetzen müssen.

Jetzt kam es vor, daß sie von der Zukunft zu sprechen anfing: Wenn „das“ erst vorbei wäre, dann müßte sie doch gleich ins Engagement. Ob sich die Gastspiele verschieben ließen?

„Du machst das schon, Ernst, nicht wahr? ...“

Sie schmiegte sich an ihn, und er versuchte sie zu trösten, ihr die Angst wegzuscherzen, Luftschlösser aufzubauen ....

Er mußte sie doch wohl sehr liebhaben, daß er das alles konnte. — — —

So — nun endlich war Karla angekleidet. Sah prächtig aus. Sie würde noch einmal eine schöne Frau werden ... eine wunderschöne Frau. Und mit ihrer Stimme ....

Altmann wurde wieder besserer Laune. Er wollte auch eine Droschke nehmen. Karla sollte nicht abgehetzt bei seinen Leuten eintreffen. Seine Leute hatten ihm die Heirat mit einer Theaterdame ohnehin verübelt.