Karla mochte es nicht mehr tragen. Zu lieblos waren die Blicke der Schwägerinnen darauf gefallen an jenem Abend, zu entsetzt war sie über die Ferne gewesen, die sie an jenem Abend zwischen sich und ihrem Manne gefühlt hatte, zu heiß hatte auch ihr Herz geschlagen, als Gaudlitz in flüchtig zarter Liebkosung mit den Fingern über den gleißenden Stoff gestrichen.

Vickis Augen leuchteten wie blaue Feldblumen nach einem Gußregen. Bodo Völkel sah gut aus in Frack und weißer Binde. Er sprach wenig und trank fast gar nicht. Aber wenn er lächelte, dann galt es Vicki.

Und das war doch etwas.

Karlas Bitten, ihr doch Schmerzchen an die See mitzugeben, hatten nichts gefruchtet.

„Du sollst dich erholen,“ sagte Altmann, „und es darf auch nicht viel kosten. Wenn ich dir das Kind mitgebe, erholst du dich nicht, und wenn Luise mitfährt, wird es zu teuer.“

Karla schlich bald um Schmerzchen herum wie eine Missetäterin, bald wich sie ihm aus, weil ihr das Herz zu wehe tat, wenn sie an die Trennung dachte und daran, daß sie dem Kinde nicht einmal ein bißchen Seeluft geben konnte. Nun, nächstes Jahr verdiente sie mehr ... Vicki brauchte sie dann vielleicht auch nicht ... Gastspiele waren in Aussicht ... vielleicht — Wien ...

Sie hob das Kind zu sich herauf:

„Mein Herzschmerz, du ...“