„Ich war krank“, sagte Schmerzchen, mit einer gewissen Genugtuung im Ausdruck.
Karla blickte von Mann zu Schwägerin. Ihr Herz schlug zum Zerspringen, sie konnte kaum atmen.
„Wie denn ... krank ... und ich habe nichts erfahren?“
Der Papa erklärte alles. „Du mußt begreifen, liebes Kind ... eine Diphtheritis, wenn sie auch sehr leicht aufgetreten ist, bleibt ansteckend und gefährlich! Du hättest ja doch nicht in der Wohnung sein und das Kind pflegen dürfen. So zogen wir es vor, dir gar nichts darüber zu schreiben. Luise hat sich geradezu aufgeopfert ...“
Karla nickte. Ja, sie konnte sich schon denken ... Und das Kind hing mehr denn je am Papa, an Tante Lis’ ... mehr denn je — —
„Ich danke dir, Luise ...“
Ihre Hand, mit der sie die Finger der Schwägerin umschloß, war eiskalt.
Als das Mädchen die Suppe hereinbrachte, sagte Luise:
„Du bist mir nicht böse, Karla — ich habe dem Kind den Platz zwischen Ernst und mir gegeben; es hat jetzt seine kleinen Gewohnheiten ...“
„Nein ... bitte, Luise ... Warum sollte ich böse sein?“