Das Mädchen war nicht da, stand wohl noch vor dem Haustor. Adele holte selbst Eimer und Scheuertuch. Ihre guten Sachen mußte sie retten — die vor allem.

Aber der Ekel schüttelte sie.

Als sie wieder ins Speisezimmer kam, hatten Altmann und Dr. Maurer den Mieter in seine Stube gebracht. Er war wohl noch leichenblaß, aber sehr nüchtern. Er stammelte etwas von „infamer Kneiperei“ mit „Jeschäftsfreunden“, bat um „Verzeihung“, faselte etwas von „revanchieren“.

Im Eßzimmer war das Fenster weit auf und ließ die kalte Winterluft herein. Adele stand immer noch kurzgeschürzt in der Stube und schrubberte und schrubberte.

Alwin Maurer nahm ihr den Schrubber aus der Hand und schloß das Fenster.

„Erkälte dich nicht ... das ist wichtiger ... Über die fünfzig Mark kommen wir noch hinweg ... Aber vermietet wird nicht mehr! Zwei Stuben und Küche, meinetwegen; Fremde ... nie mehr ... hörst du, nie — ich verbiete es!“

Und wie um die Härte seiner Worte zu mildern — dieses erste Verbot in seiner langen, dumpfen Ehe — strich er immer wieder mit zitternder Hand über Adelens eisig kalten Arme.

Als er den Kopf hob, sah er Karla, begegnete dem kummervollen Blick ihrer braunen Augen. Er versuchte zu lächeln.

Karla aber wendete sich ab und schlug die Hände vors Gesicht. — — —