Der Druck, der zu Hause auf ihr lastete, verlangte nach einer Auslösung, und da sie keine Freundschaft verband mit einer Kollegin, so gewöhnte sie sich daran, alles, was sie bedrückte, Gaudlitz anzuvertrauen.

Einmal sagte er:

„So lassen Sie doch den ganzen Krempel und ...“

„Und was?“

Karla richtete erschrocken ihre Augen auf ihn. Wie konnte sie das alles lassen? Was wurde aus ihnen allen ohne sie? Wie konnte er nur so etwas aussprechen!

„Sie müssen nicht etwa denken ... nein ... es sind lauter ausgezeichnete Menschen ...“

Gaudlitz nickte.

„Selbstverständlich ... habe ich auch nie bezweifelt. Aber diese ausgezeichneten Menschen haben nicht die Gabe, Sie glücklich zu machen. Und das ist sehr schade.“

Mehr durfte er nicht sagen, das wußte er.

Gaudlitz war jetzt oft übler Stimmung. Je teurer ihm Karla wurde, desto weniger wußte er den Weg, den er ihr gegenüber einzuschlagen hatte. Sie war entwaffnend und aufreizend zugleich.