Ihre Arme wurden von rückwärts leicht umschlossen, süßer Rosenduft schlug über ihr zusammen.

„Frau Karla ...“

Sie schrie leicht auf, wurde blaß und rot.

„Graf Gaudlitz ... Sie hier ... jetzt ... reisen Sie nach Wien ... mit mir zusammen nach Wien?“

„Nach Wien nicht, Frau Karla ... aber bis zum Schlesischen Bahnhof — wenn ich darf ...“

Ob er durfte. Sie zog ihn in ihr Abteil, die Blumen im Arm. Sie lachte wieder ihr altes frohes Lachen.

„Erzählen Sie ... sagen Sie mir ... seit wann sind Sie da ... woher wußten Sie, daß ich im Zuge bin ...?“

„Das war nicht schwer, Frau Karla. Wozu hat man eine Schwester, die mit der Mitwirkung einer gewissen Karla König an ihrem Musikabend renommiert? Sie konnte es ruhig tun, denn ich hatte mich im Wüstensand vergraben. Ich war ungefährlich. So kriegte ich alles von Ihnen zu wissen, sogar die Stunde Ihrer Ankunft in Wien, und da ich nicht nach Wien kommen darf, so verließ ich Ägypten, um Sie von der Friedrichstraße nach dem Schlesischen Bahnhof zu begleiten ...“

Sein Gesicht war gebräunt, er sah so froh, so stark und jung aus, wie an jenem ersten Dämmerabend im Tiergarten.

Sie war unendlich glücklich. Sie hielt die Rosen vor ihre Augen, vor ihr Gesicht, damit er nicht sehen sollte, wie feucht ihre Augen glänzten. Und sie fand auch keine Worte mehr, solange sie zusammenblieben, und keine Bewegung.