Wie erstarrt war sie in diesem neuen, jubelnden Glücksgefühl, das weder Begehren noch Reue, weder ein Gestern noch ein Morgen kannte.
Unter dem Rattern der Räder aber und dem gelben Licht der halbverhängten Deckenlampe sagte Graf Gaudlitz:
„Ich hab’ Sie lieb, Karla, und will warten, bis Sie die Kraft finden, allem zu entsagen, was Sie jetzt beglückt und auch bedrückt. Dann, Karla — sollen Sie meine Frau werden.“
Er zog ihre Hand an seine Lippen und fügte leiser und nahe zu ihr geneigt hinzu:
„Ich sage Ihnen das schon heute, weil Sie wissen sollen, Karla, wie ich es meine. Ich verlange jetzt keine Zustimmung und kein Versprechen, denn ich weiß, daß Sie Zeit brauchen für das, was Sie tun müssen. Nur — lassen Sie mich nicht zu lange warten.“
Karla entzog ihm ihre Hand, die er mit warmem Druck umschlossen hielt. Sie war sehr blaß, und ihre Lippen bebten.
„Ich habe ein Kind, Graf Gaudlitz ... mein Kind lasse ich nicht —“
„Ihr Kind wird das meinige sein, Karla ...“, sagte er fest.
Sie schüttelte heftig den Kopf, ihre Augen brannten in ihrem erblaßten Gesicht.
„Er gibt es nicht her .. nie .. das tut er nicht.“ ...