„Dann müssen Sie mich eben mehr liebhaben als Ihr Kind.“ ...
Er stand auf und griff nach seinem Hut. Sie klammerte sich an seinen Mantel.
„Gehen Sie nicht fort ... gehen Sie jetzt nicht fort, ...“ stammelte sie.
Schonend, sanft löste er ihre Finger.
„Wir müssen ruhig bleiben, Karla ... ganz ruhig. Unserer Zukunft zuliebe! .. Und wo immer ich fortab sein mag — ich werde warten, Karla.“
Sie erhob sich, taumelte, fiel in die Polsterung des Wagens zurück. Feurige Räder tanzten vor ihren Augen.
Sie fühlte nicht mehr den Druck seiner Hand, sah nicht mehr, wie er sich neigte unter der schmalen Tür, hörte seine raschen Schritte nicht im Gang ...
Als sie zu sich kam aus der Erstarrung ihres tiefsten Schmerzes und ihres höchsten Glückes, sauste der Zug zwischen vereisten Wassertümpeln und verschneiten Feldern in die dunkle Nacht hinein ....
Graf Gaudlitz schritt aufrecht und entschlossen durch den Menschenknäuel des Bahnsteiges. Er bemerkte nicht, daß ein kleiner, eleganter Herr, in kurzem Gehpelz, einen Zylinder auf dem weißen Lockenkopf, sich rasch an ihm vorbeidrückte.
Nun war der Papa bis nach dem Schlesischen Bahnhof hinausgegondelt, um der Kleinen einen guten Wunsch mit auf den Weg zu geben — ohne jemand von ihrem Anhang zu begegnen ... und mußte gerade den verteufelten Kerl, den Gaudlitz, erblicken, wie er aus dem Zuge stieg —!