Gönnerhaft ließ er sich von Gaudlitz durch ein paar Straßen begleiten. Plötzlich blieb er stehen:
„Ich hörte, Sie lösen Ihren Rennstall auf, Graf Gaudlitz ... übersiedeln Sie etwa nach Wien?“
Da war er wieder, der harte Blick, den der Alte haben konnte.
Gaudlitz schüttelte lachend den Kopf.
„Ich — nach Wien? Nö ... ich übersiedle im Frühjahr auf mein Gut in Pommern, baue meinen Kohl.“
„So ... so“ ...
Sehr freundschaftlich schüttelte der Papa ihm die Hand. Gaudlitz war doch ein famoser Kerl .... Er stellte sich vor ihn hin und faßte ihn am Knopf seines Mantels.
„Unter uns, Graf .... Alles ist nur Sprungbrett im Leben. Wer’s zu benutzen weiß! Meine Tochter wird’s jetzt hoffentlich lernen. Keine Fesseln — weder Ketten, noch seidene Bänder ... Eine Künstlerin muß frei sein ... ganz frei ... ein blinkender Stern dort oben ... für alle. Meine Tochter kann größer werden als die Patti. Gute Nacht, Graf.“
Er drückte ihm flüchtig die Hand und bog mit kleinen, federnden Schritten in eine Seitenstraße.
Gaudlitz rückte an seinem Hut und starrte dem zierlichen kleinen Herrn ein bißchen verblüfft nach. Donnerwetter ja .... Wenn man das so bedachte: ein Gaudlitz, mit einem Millionenvermögen — und der ehemalige Tänzer war imstande und sah es als eine Mesalliance für seine Tochter an, wenn sie ihn heiratete ... Gaudlitz drehte sich ärgerlich auf seinem Absatz um.