Sie schüttelte den Kopf, sie weinte sogar. Er aber lachte.

Lachte sorglos beruhigend.

„Meine alte Dame“ — „Mein alter Herr“ — es klang feudal. Es brachte einen Hauch von Vornehmheit in die bürgerliche Dreizimmerwohnung. Adele bestand darauf, daß ihr Mann den Zylinder aufsetzte, wenn er mit seinem Sohne ausging. Und sie sah, wie auch seine Augen aufleuchteten, wenn er den frischen blonden Jungen mit den strammen, schlanken Gliedern vor sich stehen sah.

Selbst Vicki fand Zeit, mit dem Bruder auszugehen, wenn er aus Küstrin über Sonntag Berliner Luft schnappen kam. Völkels waren überhaupt „patente Menschen“, erklärte Fritz zur großen Beruhigung der Mutter, die sich über die neue geschwisterliche Zusammengehörigkeit freute.

Manchmal frühstückte er mit dem Schwager, beim Austermeyer. Es waren Bodo Völkels beste Stunden, und er war dann einem kleinen Pump sehr zugänglich. Selbst einem Pump, der nie zurückgezahlt wurde.

Schwieriger wurde Fritz sein Verhalten zu Altmann und Luise. Er wußte mit diesen zwei starren, ernsten Menschen, deren Leben so streng geregelt war, nichts anzufangen.

Wenn auch Luise ihm noch manchmal mit der hageren Hand über das blonde gescheitelte Haar strich, Altmanns Hand legte sich nur schwer auf seine Schulter, um der Frage Nachdruck zu geben:

„Keine Dummheiten gemacht, wie? Alles in Ordnung? Ich möcht’ es mir auch ausbitten!“

Das war kein Ton, der ihm eine Beichte erleichtert hätte.

Bei Tisch saß er strammer, als wenn er der Kommandeuse seine Aufwartung machte.