Es war anerkennend; aber ihm war nicht mehr ganz behaglich in der einfachen Studierstube, mit dem alten bequemen Sessel, den gestrichenen Bücherregalen und der großen Nietzschebüste auf dem Sockel hinter dem Schreibtisch.
An den Weihnachtsabend erinnerte er sich genau, da der Vater sie zum Geschenk erhalten, und erinnerte sich auch noch, wie die Mutter mit spitzen Fingern die Bücher hochgehoben, die der Vater geschenkt hatte.
Donnerwetter ja ... sein alter Herr mochte wohl was übrig haben für die hübsche, lustige Schwägerin mit der schönen Stimme ... Er selber war ja auch verknallt in sie gewesen. Eigentlich nett von seinem alten Herrn ... Da fiel plötzlich all der dicke, klebrige Schulstaub ab, und es kam der Mann zum Vorschein, der Kamerad, der Geschlechtsgenosse zum mindesten, der sich ritterlich vor der Frau aufpflanzte, der seine Verehrung galt ...
„Ehrenwort, Papa ... war ganz harmlos, die Frage ... ganz harmlos ...“
Alwin Maurer löschte in der Erregung seine halbgerauchte Zigarre.
„Na ja, mein Junge ... das will ich auch annehmen. Denn Du ... gerade Du ...“
Er dachte an das Schweigen, zu dem er sich Altmann gegenüber verpflichtet hatte, als er Karlas Hilfe angenommen hatte, und winkte mit der Hand ab.
„Na ja ... also ... Kein Wort weiter.“
Fritz ruhte nicht eher, als bis der Vater mit ihm ausging, Versöhnung feiern und ein Glas leeren auf das Wohl der Tante.
„Wir zwei allein, alter Herr ... in einem gemütlichen Eckchen — is’ recht?“