„Alwin ... mein guter, lieber Alwin ...“

Alwin Maurer blinzelte sie aus seinen tiefliegenden Augen verwirrt und sprachlos an.

„Du, Karla ... du ...“

„Ja, wer denn, Alwin ... bin ich so alt geworden, daß du mich nicht erkennst? ...“

‚So schön ...‘ hätte er beinahe geantwortet. Aber er schwieg noch immer, starrte sie nur an und merkte es kaum, wie sie ihn hereinzog.

„So zieh’ dich doch aus, Alwin ... Nein, wie bist du nur auf den herrlichen Gedanken gekommen .... Wie ... wo kommst du her ... geradeswegs aus Berlin? ....“

„Ja ... das heißt, nein ... aus Karlsbad ... vielmehr aus Bayreuth .... aber du warst schon fort, und da ....“

Jetzt stand er in ihrem Zimmer, in dem weichen warmen Licht der ockerfarbigen Seidenschirme, im betäubenden Duft der Rosen.

„So wohnst du ... so ...?“

An den Wänden hingen Bilder, von schmalen Goldleisten gerahmt, zwei hohe, schlank gebaute Schränke zeigten ihren reichen Inhalt an Noten und Büchern in einfachen Lederbänden. Über dem Schreibtisch mit einem großen Bild von Schmerzchen in silbernem Rahmen hing die Radierung des Beethovenkopfes. Auf dem Flügel, der aus der Ecke des großen Zimmers schräg hereinragte, standen zwischen zwei großen, blumengefüllten Schalen Bilder in Rahmen, die eine geschlossene Krone zierte, und mit kurzen, verschnörkelten Unterschriften.