Keine Kränze. Keine Schleifen. Nur einzelne kostbare Gegenstände.
Er sah sie an, in ihrer voll erblühten Frauenschönheit, mit ihrem alten Kinderlächeln um die roten Lippen. Und er vergaß alles, was er hatte sagen, alles, womit er zerrissene Fäden wieder hatte zusammenknüpfen wollen.
Eine große Traurigkeit befiel ihn, ein trostloses Fremdgefühl. Als wäre sein Körper zu grob und schwer für diesen Raum.
„Stör’ ich dich auch nicht, Karla — nein? Sag’s mir ruhig ... ich kann gut morgen wiederkommen, zu einer gelegeneren Zeit ...“
Hundetreu blickten seine Augen sie an, bereit, sofort sich zu entfernen, wenn sie ihn fortschickte, und doch voll Bangen, sie könnte es tun.
„Was fällt dir denn ein, Alwin ...? Ich bin ja froh, daß du da bist ... so froh ...“
Und während sie seine Hand drückte, ihm ins Gesicht sah, das grau war und abgemagert, da mischte sich in ihre Freude tiefe Bekümmernis.
Gleichzeitig aber, so seltsam es sein mochte, auch die Hoffnung, daß ihr in ihm, der ihr so treu ergeben war, der Helfer gekommen war für ihr Vorhaben, das allein zu vollbringen ihr bis jetzt die Kraft gefehlt hatte. Ihr lachendes Gesicht wurde plötzlich und ohne daß es ihr bewußt war, ernst.
„Erzähle mir, wie es dir gegangen ist, Karla .... Denke — all die Zeit ohne dich ... und so wenig, woran man sich halten kann. Zeitungsnachrichten zumeist ...“
Sie fühlte in diesem Augenblick, daß auch das, was er zu hören begehrte, bereits der Vergangenheit angehörte, daß sie selbst kaum mehr darüber zu sagen vermochte, als was die Öffentlichkeit berichtet hatte.