„Du sagtest vorhin, Alwin, ich sollte an mich denken?“
„Ja, Karla, ... das sollst du.“
„Und willst du mir einen Dienst leisten, Alwin? Einen großen Freundschaftsdienst?“
Alwin Maurer schob den Teller zurück, beugte sich über den Tisch.
Sie atmete schwer und reichte ihm die Hand über den Tisch.
„Du weißt, Karla, daß du in allem über mich verfügen darfst — in allem und jedem.“
„Ich danke dir, Alwin. Und wenn es so ist — dann fahre morgen ... morgen früh zurück nach Berlin und sage Ernst ... sage ihm, daß ich nicht mehr zurückkomme.“
Die Erregung hatte ihr den Mut gegeben. Alwin mußte fort, mußte abreisen. Und da es heute zu spät war — morgen mit dem Frühzug. Er durfte den Sohn nicht treffen — seinen Fritz, der von Mutter und Schwester geschickt wurde zu ihr — damit sie ihn aus „einer verzweifelten Lage errette“. Sie wollte ihm sein einziges Glück erhalten — seine einzige Freude ... Das war sie ihm schuldig ... Schuldig auch, daß er es nie erfuhr, daß ihn nicht eine neue Last, ein drückendes Schamgefühl noch tiefer beugte, als es das Leben schon ohnehin getan.
Alwin Maurer aber wiederholte:
„Du kommst nicht mehr zurück ... nie mehr?“