Und obwohl er es längst geahnt, obwohl er es nicht einmal anders für sie gewünscht, so legte sich doch fahle Blässe auf seine Wangen.
„Ja ... Karla ... ja, gewiß ... ich kann’s verstehn ... und bedacht wirst du es haben ...“
Er sprang vom Stuhl auf, suchte nach seinem großen weißen Taschentuch in der Hintertasche seines Rockes.
„Nicht, Alwin ... nicht!“
Karla legte ihren Arm um Alwin Maurers Schulter. Auch sie war blaß, und ihre Lippen zuckten.
„Mach mir’s nicht schwer ... nicht schwerer als nötig. ... Gewiß hab’ ich’s bedacht ... nicht seit heute und nicht seit gestern ... zwei volle Jahre habe ich gewartet, und nur der Mut hat mir gefehlt ... der Mut, es zu sagen ...“
Alwin Maurer legte seine Hände um Karlas Wangen. Wie ein Vater, der seinem Mädel eine Beichte abnimmt.
„Ich kenne dich, Karla .... Du bist keine, die allein durchs Leben geht, die einsam bleiben kann — ohne Mann, ohne Kind ...“
Sie sah ihn an, offen, vertrauend.
„Ich bleibe nicht allein“, sagte sie leise.