Aber es war gar kein Unfug. Daß die Tante ihm helfen würde, hatte er im letzten Grunde selbst gehofft, aber daß sie, die so jung und schön und gefeiert war, ihn fragte, wie eine Mutter fragt: Kann ich Dir glauben, Fritz? — das hatte ihn überwältigt.

„Du kannst mir glauben ... Auch daß ich keinen Wechsel mehr unterschreibe, kannst du mir glauben. Eher ziehe ich den bunten Rock aus ... ja ... Wenn’s sein muß — ziehe ich ihn aus ... arbeite ...“

Sie strich ihm sanft über den hellen, blonden Scheitel. Was wurde aus ihm, wenn er den bunten Rock auszog?

Sie saß jetzt auf dem Sessel. Er hatte sich ihr zu Füßen auf dem Teppich niedergelassen, spielte mit ihrer langen Kette, an der ein goldenes Börschen hing, und küßte von Zeit zu Zeit ihre Hand, die ihm über die Haare strich. Aber nun fragte sie, was er denn arbeiten wollte. Das war eine ganz knifflige, ganz unbequeme Frage ... und wieder stotterte er.

„Ja ... ich arbeite eben ...“

Sie neigte sich über ihn.

„Würdest du Lehrer werden wollen, wie dein Vater?“

Aber sie deckte gleich die Hand über seine Augen, da sie das Grauen sah, das ihr entgegenblickte.

„Nein .... das wäre wohl nichts für dich .... Bankbeamter?“

Sie hatte Verbindungen. Wenn er wollte — er könnte gleich eintreten. Und wenn er tüchtig war. — Mit den Jahren, als Prokurist, könnte er es auf zwanzig-, auf dreißigtausend Gulden bringen!