Und dann brachte der Fritz ihr seine hübsche Reisegefährtin. Ganz verschüchtert stand sie plötzlich vor der großen Künstlerin und ließ sich sagen, daß ein hübsches Gesicht und eine niedliche Stimme noch keine Künstlerin ausmachen.
„Eine Handlangerin allenfalls, die ein Handwerk erlernen kann mit sehr viel Fleiß ...“
Wollte sie es darauf ankommen lassen?
Margot Laurin schüttelte den Kopf. Nein ... Dann wollte sie verzichten ... so bitter es sein mochte ... so sehr sie sich auch schämte — vor den ihrigen daheim ...
Fritz Maurer stellte sich breitbeinig auf, sehr selbstsicher.
„Ach was, gnädiges Fräulein ... sich mal recht von Grund aus schämen ... das ist ganz gesund! Das nimmt einem die Lust, wieder Dummheiten zu machen ...“
Und Karla sah, wie die beiden jungen Menschenkinder einander ansahen mit einem Blick, in dem schon mehr lag als nur flüchtiges gegenseitiges Gefallen.
„Donnerwetter ja ... gnädiges Fräulein ... wir zwei haben was durchgemacht in diesen vierundzwanzig Stunden ... das verbindet, wie?“
Ein Frechdachs war er. Die Welt gehört ihm — seit er die Schulden los war.
Karla setzte die Depesche auf an den Kommerzienrat: „Ihre Tochter war bei mir zur Prüfung ihrer Stimme. Öffentliche Laufbahn ausgeschlossen. Trifft morgen Frühzug Berlin ein. Karla König“.