Die Erde kollerte dumpf aus unzähligen Händen in das offene Grab.
„Komm mit uns, Karla“, sagte Alice Reichenberg.
Karla schüttelte den Kopf.
„Laßt mich ... ich kann nicht ... Nach Wien fahren, jetzt ... ihn allein lassen, hier unter der modernden Erde ... Fahrt nur, Ihr zwei ... fahrt, Ihr Guten ...“
Sie lehnte an einen Baum, faltete die Hände. Ihre Augen baten: Laßt mich allein mit ihm .... einmal allein.
Alice drückte sie an sich, in einem letzten fassungslosen Aufschluchzen.
Reichenberg murmelte: „Sie wissen, Karla ... unser Haus gehört Ihnen — immer ....“
Sie antwortete nicht. Rührte sich nicht. Erduldete die Umarmung der Freundin, den Handkuß Reichenbergs.
Ein feiner, warmer Sommerregen spritzte aus dem Hellgrau des Himmels herab durch die Zweige der Bäume.
Wie durch einen beweglichen Schleier getrennt, standen die drei Menschen am offenen Grabe, wie durch einen Schleier sah Karla ihre Gestalten den Bäumen entlang gleiten — gebeugt, mit schleppenden, unsicheren Schritten.